Mumps
Die häufigste Sorge zu Mumps betrifft die Fruchtbarkeit – und ist für Frauen fast immer unbegründet. Was stattdessen zählt.
Mumps steht im selben Impfstoff wie Masern und Röteln und bekommt davon am wenigsten Aufmerksamkeit. In der Frauenheilkunde ist er trotzdem ein Thema – wegen einer Sorge, die regelmäßig geäußert wird und für Frauen fast immer unbegründet ist: der Frage nach der Fruchtbarkeit.
Was Mumps ist
Mumps, umgangssprachlich Ziegenpeter, wird durch ein Virus verursacht, das vor allem die Speicheldrüsen befällt. Übertragen wird es durch Tröpfchen und durch Speichel – beim Sprechen, Husten, Küssen oder über gemeinsam benutztes Geschirr.
Zwischen Ansteckung und Erkrankung liegen 16 bis 18 Tage. Ansteckend ist man zwei Tage vor bis fünf Tage nach dem Anschwellen der Drüsen. Etwa ein Drittel aller Infektionen verläuft ohne erkennbare Beschwerden – ansteckend ist man trotzdem.
Das typische Bild ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüse: erst einseitig, meist nach einigen Tagen beidseitig. Das Gesicht wirkt hamsterartig aufgetrieben, das Kauen tut weh, saure Speisen verstärken den Schmerz. Dazu kommen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach etwa einer Woche klingt es ab.
Behandelt wird ausschließlich lindernd, denn gegen das Virus selbst gibt es kein Medikament: weiche, nicht saure Kost, ausreichend trinken, Kühlen oder Wärmen der Schwellung – je nachdem, was angenehmer ist –, Schmerz- und Fiebermittel. Die Erkrankung heilt in aller Regel von selbst aus, und die Behandlung dient dazu, die Woche erträglicher zu machen.
Die Frage nach der Fruchtbarkeit
Diese Sorge ist die verbreitetste zum Thema Mumps und stammt aus einem Zusammenhang, der für Männer gilt und für Frauen nur eingeschränkt.
Bei Männern nach der Pubertät kommt es in etwa zwanzig bis dreißig Prozent der Erkrankungen zu einer Hodenentzündung, meist einseitig. Sie ist schmerzhaft und kann zu einer Verkleinerung des betroffenen Hodens führen. Eine dauerhafte Unfruchtbarkeit ist dennoch selten – sie tritt praktisch nur nach beidseitiger Entzündung auf, und die ist ihrerseits selten.
Bei Frauen ist das Gegenstück eine Eierstockentzündung, eine Oophoritis. Sie tritt bei etwa fünf Prozent der erkrankten Frauen nach der Pubertät auf und äußert sich als Unterbauchschmerz mit Fieber. Und hier ist die entscheidende Auskunft: Eine bleibende Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit ist bei Frauen nicht belegt. Die Entzündung heilt aus, ohne die Eizellreserve zu schädigen.
Wer also in der Kinderwunschberatung fragt, ob eine durchgemachte Mumpserkrankung die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein könnte: Für Frauen lautet die Antwort praktisch immer nein. Die Abklärung gehört dann in andere Richtungen – Zyklus, Eisprung, Schilddrüse, Eileiter, und selbstverständlich auch zum Partner.
Mumps in der Schwangerschaft
Das Mumpsvirus verursacht keine Fehlbildungen. Es ist damit deutlich harmloser als Röteln und auch als Masern.
Für das erste Schwangerschaftsdrittel wurde in älteren Untersuchungen ein leicht erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt beschrieben. Neuere Daten stützen das nur schwach, und die Zahl der untersuchten Fälle ist klein – Mumps in der Schwangerschaft ist seit der Einführung der Impfung sehr selten geworden.
Was bleibt, ist die allgemeine Belastung einer fieberhaften Erkrankung mit Schluckbeschwerden. Behandelt wird symptomatisch: ausreichend trinken, weiche Kost, Kühlen, Paracetamol als Schmerz- und Fiebermittel, das in der Schwangerschaft das Mittel der ersten Wahl ist. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.
Warum die Impfung vor die Schwangerschaft gehört
Mumps ist Bestandteil des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs, und der ist ein Lebendimpfstoff mit abgeschwächten, vermehrungsfähigen Viren. Solche Impfstoffe werden in der Schwangerschaft nicht gegeben.
Praktisch bedeutet das: Zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen, und danach einen Monat warten, bevor eine Schwangerschaft eintreten soll. Wurde versehentlich in einer bestehenden Schwangerschaft geimpft, folgen daraus keine weiteren Maßnahmen – in den Registern versehentlich geimpfter Schwangerer traten keine Schäden auf.
Weil Mumps im selben Impfstoff steckt wie Röteln und Masern, ist die Entscheidung darüber ohnehin keine eigene. Wer den Rötelnschutz vor einer Schwangerschaft klärt, klärt Mumps automatisch mit. Das ist der praktische Grund, warum dieser Seite eine eigene Beratung selten gewidmet wird.
Nach der Geburt ist die Impfung unproblematisch und in der Stillzeit ausdrücklich möglich. Wer im Wochenbett feststellt, dass der Schutz fehlt, sollte ihn dort nachholen.
Unerfüllter Kinderwunsch: was tatsächlich abgeklärt wird
Weil die Frage nach Mumps fast immer aus dieser Richtung kommt, hier der Zusammenhang, in den sie gehört. Von einem unerfüllten Kinderwunsch spricht man, wenn nach zwölf Monaten regelmäßigen Verkehrs ohne Verhütung keine Schwangerschaft eingetreten ist – bei Frauen ab 35 nach sechs Monaten, weil dort die Zeit anders wiegt.
Die Abklärung beginnt bei beiden Partnern gleichzeitig, und zwar aus einem sachlichen Grund: In etwa einem Drittel der Fälle liegt die Ursache bei der Frau, in einem Drittel beim Mann und in einem Drittel bei beiden oder bleibt ungeklärt. Ein Spermiogramm ist einfach, schnell und schmerzlos – es an den Anfang zu stellen, erspart oft Monate an Untersuchungen in der falschen Richtung.
Bei der Frau wird der Reihe nach gefragt:
- Findet ein Eisprung statt? Das zeigt der Zyklusverlauf, ein Progesteronwert etwa sieben Tage nach dem vermuteten Eisprung und die Ultraschallverfolgung des Follikels.
- Stimmen die Hormone? FSH, LH, Östradiol und AMH am dritten bis fünften Zyklustag, dazu Schilddrüse und Prolaktin. Ein polyzystisches Ovarsyndrom ist die häufigste hormonelle Ursache im gebärfähigen Alter.
- Sind die Eileiter durchgängig? Das prüft eine Ultraschall-Kontrastmitteldarstellung oder eine Bauchspiegelung.
- Gibt es Veränderungen an der Gebärmutter? Myome, Polypen und Verwachsungen zeigt der Ultraschall.
- Liegt eine Endometriose vor? Schmerzhafte Regelblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Beschwerden beim Stuhlgang während der Blutung sind die Hinweise, denen nachgegangen wird.
Was in dieser Liste nicht vorkommt, ist eine durchgemachte Mumpserkrankung. Sie steht auch in keiner Leitlinie zur Abklärung der weiblichen Fruchtbarkeit – schlicht deshalb, weil kein belegter Zusammenhang besteht.
Was dagegen vor jeder geplanten Schwangerschaft geprüft gehört: Rötelnschutz, Schilddrüse, Eisen und Vitamin D, dazu Folsäure ab vier Wochen vor der Empfängnis. Der Vorsorge-Fahrplan führt es auf.
Der MMR-Impfstoff im Einzelnen
Der Impfstoff enthält abgeschwächte Viren aller drei Erkrankungen. Er wird in Österreich im ersten und zweiten Lebensjahr gegeben; die erste Dosis ab dem vollendeten neunten Monat, die zweite frühestens vier Wochen später. Für Erwachsene ohne ausreichenden Schutz gilt dasselbe Schema mit zwei Dosen.
Die typischen Nebenwirkungen erklären sich aus der Lebendnatur: Bei etwa fünf von hundert Geimpften treten ein bis zwei Wochen nach der Impfung leichtes Fieber und ein flüchtiger Ausschlag auf, die sogenannten Impfmasern. Sie sind nicht ansteckend. Eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse als Reaktion auf den Mumpsanteil kommt vor und ist harmlos; bei Frauen können vorübergehende Gelenkschmerzen auftreten, die auf den Rötelnanteil zurückgehen.
Zwischen zwei Lebendimpfstoffen – etwa MMR und Windpocken – sollen entweder derselbe Tag oder mindestens vier Wochen Abstand liegen. Eine Hühnereiweißallergie ist entgegen der verbreiteten Annahme kein Hindernis. Nicht geimpft wird bei ausgeprägter Immunschwäche, unter immununterdrückender Behandlung und in der Schwangerschaft.
Der Impfschutz und seine Grenze
Die Mumpskomponente ist die schwächste der drei im MMR-Impfstoff. Nach zwei Impfungen liegt die Wirksamkeit bei etwa achtzig bis achtundachtzig Prozent – bei Masern sind es über fünfundneunzig, bei Röteln ebenfalls.
Hinzu kommt, dass der Schutz mit den Jahren nachlässt. Das erklärt ein Phänomen, das in Europa und Nordamerika immer wieder auftritt: Mumpsausbrüche unter jungen Erwachsenen, die zweimal geimpft sind – typischerweise in Studentenwohnheimen, Sportmannschaften oder beim Militär, also überall dort, wo viele junge Menschen eng zusammenleben.
Diese Ausbrüche werden gelegentlich als Argument gegen die Impfung angeführt. Das trifft nicht: Geimpfte erkranken seltener und deutlich milder, und Komplikationen sind bei ihnen erheblich seltener. Ein Schutz von achtzig Prozent ist kein fehlender Schutz. Der Denkfehler dahinter ist ein statistischer: In einer fast vollständig geimpften Bevölkerung sind zwangsläufig die meisten Erkrankten geimpft, weil es kaum Ungeimpfte gibt – das sagt nichts über die Wirksamkeit, sondern nur etwas über die Zusammensetzung der Bevölkerung.
Bei Ausbrüchen wird für die betroffenen Gruppen zeitweise eine dritte Impfdosis empfohlen. Eine allgemeine dritte Dosis für alle ist dagegen nicht vorgesehen.
Warum Mumps geimpft wird, obwohl er harmlos wirkt
Von den drei Erkrankungen im MMR-Impfstoff hat Mumps den harmlosesten Ruf – und er ist nicht ganz unverdient: Bei kleinen Kindern verläuft er meist unspektakulär, ein Drittel bemerkt gar nichts.
Der Grund für die Aufnahme ins Impfprogramm liegt woanders. Vor der Impfung erkrankten praktisch alle Menschen irgendwann an Mumps, meist im Kindesalter. Sobald eine Bevölkerung teilweise geimpft ist, verschiebt sich das Erkrankungsalter nach oben – und genau dort werden die Komplikationen häufiger. Hoden- und Eierstockentzündung treten fast ausschließlich nach der Pubertät auf, ebenso die Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Daraus folgt ein Grundsatz, der für mehrere Impfungen gilt: Eine halbherzige Durchimpfung kann schlechter sein als gar keine, weil sie die Erkrankung in ein ungünstigeres Alter verschiebt, ohne sie zu verhindern. Deshalb wird bei Mumps – wie bei Röteln – auf eine konsequente Durchführung des Zwei-Dosen-Schemas Wert gelegt.
Der zweite Grund ist die Innenohrschwerhörigkeit. Sie ist selten, aber bleibend, und Mumps war vor der Impfung eine der häufigsten Ursachen einseitiger Taubheit im Kindesalter. Ein dauerhafter Schaden dieser Art wiegt anders als eine Woche mit dicken Wangen.
Komplikationen, die vorkommen
- Hirnhautentzündung. Bei bis zu zehn Prozent der Erkrankten treten Zeichen einer Beteiligung der Hirnhäute auf. Sie verläuft meist mild und heilt folgenlos aus – ist aber der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt bei Mumps.
- Innenohrschwerhörigkeit. Selten, meist einseitig, aber bleibend. Mumps war vor der Impfung eine der häufigsten Ursachen erworbener einseitiger Taubheit im Kindesalter.
- Bauchspeicheldrüsenentzündung. Bei etwa vier Prozent, mit Übelkeit und Oberbauchschmerz.
- Hoden- und Eierstockentzündung nach der Pubertät, siehe oben.
Diese Aufzählung erklärt, warum Mumps trotz seines harmlosen Rufs im Impfprogramm steht. Der Verlauf ist bei Kindern meist unspektakulär – je später im Leben die Erkrankung auftritt, desto häufiger sind Komplikationen.
Mumps in der Stillzeit
Erkrankt eine stillende Mutter, wird das Stillen in aller Regel fortgesetzt. Das Virus geht zwar in die Muttermilch über, das Kind hatte über den engen Kontakt ohnehin bereits Kontakt – und mit der Milch bekommt es zugleich Antikörper. Ein Abstillen bringt in dieser Situation nichts außer zusätzlichem Aufwand in einer ohnehin anstrengenden Zeit.
Praktisch erschwert wird das Stillen durch etwas anderes: Die geschwollenen und druckempfindlichen Speicheldrüsen machen jede Kopfbewegung unangenehm. Eine bequeme Stillposition, Kühlen von außen und ein Schmerzmittel helfen mehr als jede Überlegung zur Milch. Paracetamol und Ibuprofen sind beide in der Stillzeit möglich.
Die MMR-Impfung selbst ist in der Stillzeit ausdrücklich unbedenklich. Der abgeschwächte Impfvirus geht in nur geringer Menge in die Milch über und verursacht beim Kind keine Erkrankung. Wer im Wochenbett feststellt, dass der Schutz fehlt, sollte ihn deshalb dort nachholen – die nächste Gelegenheit vor einer Schwangerschaft kommt oft später, als man plant.
Wie Mumps festgestellt wird
Die geschwollene Ohrspeicheldrüse ist typisch, aber nicht beweisend. Verwechselt wird Mumps mit einer bakteriellen Speicheldrüsenentzündung, mit einem Speichelstein, mit geschwollenen Lymphknoten und mit Erkrankungen anderer Viren, die dasselbe Bild machen können.
Gesichert wird die Diagnose per PCR aus einem Rachenabstrich, aus Speichel oder aus dem Harn, ergänzt um IgM-Antikörper im Blut. Bei Geimpften ist die Serologie schwer zu deuten, weil die Impfung dieselben Antikörper erzeugt und die IgM-Antwort bei Zweitinfektionen ausbleiben kann – hier ist die PCR der verlässlichere Weg.
Mumps ist in Österreich anzeigepflichtig. Aus der Meldung folgt eine Umgebungsuntersuchung; ungeschützte Kontaktpersonen können vorübergehend vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen werden.
Nach einem Kontakt ist eine Impfung innerhalb von drei Tagen möglich. Anders als bei Masern ist damit allerdings nicht verlässlich zu verhindern, dass die Erkrankung ausbricht – die Inkubationszeit von über zwei Wochen ist zu lang und der Aufbau des Schutzes zu langsam. Sinnvoll ist sie trotzdem, weil sie den dauerhaften Schutz herstellt und weitere Kontakte absichert. Für Schwangere ohne Schutz gilt dasselbe wie bei den anderen Lebendimpfstoffen: nicht impfen, sondern Kontakte meiden und bei Beschwerden abklären lassen.
Der Impfpass: was tatsächlich drinstehen sollte
Weil dieser Text mehrfach auf den Impfpass verweist, hier konkret, worauf zu achten ist. Gesucht wird ein Eintrag mit einem Handelsnamen wie Priorix, M-M-RVaxPro oder – bei Vierfachimpfstoffen mit Windpockenanteil – ProQuad oder Priorix-Tetra, jeweils mit Datum und Chargennummer. Zwei solche Einträge im Abstand von mindestens vier Wochen bedeuten vollständigen Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln.
Häufige Stolpersteine: Ein einzelner Eintrag ist keine vollständige Immunisierung. Ältere Einzelimpfstoffe gegen nur eine der drei Erkrankungen zählen nur für diese. Und Einträge aus dem Ausland verwenden andere Handelsnamen – hier hilft die Angabe der Bestandteile, die in aller Regel danebensteht.
Fehlt der Pass ganz, gibt es drei Wege. Nachfragen bei der Kinder- oder Hausärztin der Kindheit; eine Blutabnahme zur Titerbestimmung; oder schlicht impfen. Der dritte Weg ist oft der pragmatischste: Eine zusätzliche MMR-Impfung bei bereits bestehendem Schutz schadet nicht, sie wird vom Immunsystem neutralisiert, bevor sie etwas bewirkt. Bei den Kosten macht es in Österreich ohnehin keinen Unterschied, weil die Impfung kostenfrei erhältlich ist.
Ein Hinweis für die Planung: Wer zwei Dosen nachholen muss, braucht mindestens vier Wochen dazwischen und danach einen Monat Abstand zu einer Schwangerschaft – insgesamt also rund zwei Monate. Das ist wenig, wenn man es einplant, und ärgerlich, wenn es einem beim positiven Test einfällt.
Was das für Sie heißt
Der praktische Teil ist kurz. Sehen Sie in Ihren Impfpass, bevor eine Schwangerschaft eintritt. Stehen dort zwei MMR-Impfungen, sind Masern, Mumps und Röteln zugleich erledigt. Steht dort eine oder keine, lässt sich das mit zwei Terminen und einem Monat Wartezeit lösen; die Impfung ist in Österreich für alle Altersgruppen kostenfrei erhältlich.
Und wenn die Frage nach der Fruchtbarkeit dahintersteckt: Für Frauen ist eine durchgemachte Mumpserkrankung praktisch nie die Erklärung für einen unerfüllten Kinderwunsch. Was stattdessen abgeklärt gehört, steht im Vorsorge-Fahrplan – und die Frage, ob und wann ein Eisprung stattfindet, lässt sich mit dem Eisprungrechner zumindest eingrenzen, bevor man darüber spricht.
Zur Klärung des Impfstatus, zur Kinderwunschberatung oder zur Schwangerenbetreuung: Termin vereinbaren.
Häufige Fragen
Kann Mumps bei Frauen unfruchtbar machen?
Nach heutigem Wissen nicht. Eine Eierstockentzündung tritt bei etwa fünf Prozent der erkrankten Frauen nach der Pubertät auf, heilt aber aus, ohne die Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen.
Ich hatte Mumps als Kind – bin ich geschützt?
Eine durchgemachte Erkrankung hinterlässt in der Regel lebenslangen Schutz. Weil Mumps aber häufig mit anderen Schwellungen verwechselt wird, lohnt bei bloßer Erinnerung eine Titerbestimmung oder schlicht die Impfung.
Warum erkranken auch Geimpfte?
Die Mumpskomponente schützt zu etwa achtzig bis achtundachtzig Prozent, und der Schutz lässt mit den Jahren nach. Geimpfte erkranken aber seltener, milder und mit deutlich weniger Komplikationen.
Darf ich in der Schwangerschaft gegen Mumps geimpft werden?
Nein, weil es sich um einen Lebendimpfstoff handelt. Die Impfung gehört vor die Schwangerschaft oder ins Wochenbett.
Ist Mumps in der Schwangerschaft gefährlich für das Kind?
Fehlbildungen verursacht das Virus nicht. Für das erste Drittel wurde ein leicht erhöhtes Fehlgeburtsrisiko beschrieben; die Datenlage dazu ist dünn.
Brauche ich eine dritte Impfung?
Allgemein nicht. Bei Ausbrüchen wird für die betroffenen Gruppen zeitweise eine dritte Dosis empfohlen.
Quellen
- Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich 2026.
- World Health Organization: Mumps virus vaccines – WHO position paper. Weekly Epidemiological Record 2007.
- Hviid A, Rubin S, Mühlemann K: Mumps. The Lancet 2008;371:932–944.
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Mumps, Berlin 2025.
- Cardy AH u. a.: Mumps orchitis and oophoritis – a review of reproductive consequences. Human Fertility 2016.
Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch: Er kennt Ihre Vorgeschichte nicht und kann Sie nicht untersuchen. Wenn etwas an Ihrer Lage von dem abweicht, was hier steht, ist genau diese Abweichung das Entscheidende.
Weiterlesen
Wann eine Pneumokokken-Impfung für Frauen zum Thema wird – und warum Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft eine…
Prevenar 13Der Impfstoff, der ein Jahrzehnt den Standard setzte – und dessen Geschichte zeigt, warum Impfempfehlungen sic…
Rotaviren (Brechdurchfall)Die erste Impfentscheidung überhaupt – und sie fällt sechs Wochen nach der Geburt. Deshalb gehört sie vorher b…
RötelnFür Erwachsene harmlos, für ein ungeborenes Kind in den ersten Wochen eine der gefährlichsten Infektionen. All…
SynflorixWeniger Serotypen, dafür ein Trägereiweiß mit eigenem Nutzen. Was der Unterschied praktisch bedeutet.
Tetanus (Wundstarrkrampf)Der Erreger lebt im Erdreich und bleibt dort. Deshalb schützt hier keine Herdenimmunität, sondern nur der eige…