Ultraschall
Die zentrale Untersuchung der Frauenheilkunde. Was sichtbar wird, wie genau eine Gewichtsschätzung ist – und was ein unauffälliger Befund nicht bedeutet.
Der Ultraschall ist in der Frauenheilkunde nicht eine Untersuchung unter vielen, sondern die zentrale. Er beantwortet die Frage, ob eine Schwangerschaft besteht und wie es dem Kind geht, ebenso wie die Frage, warum eine Blutung zu stark ist oder ob eine Spirale richtig liegt. Diese Seite erklärt, was in dieser Ordination geschallt wird, wie es abläuft, was dabei sichtbar wird – und was nicht.
Wie Ultraschall funktioniert
Der Schallkopf sendet Schallwellen aus, die für das Ohr zu hoch sind, und empfängt, was von Gewebegrenzen zurückkommt. Aus der Laufzeit und der Stärke des Echos berechnet das Gerät ein Bild. Unterschiedliche Gewebe reflektieren unterschiedlich stark – Flüssigkeit fast gar nicht, weshalb sie schwarz erscheint, Knochen fast vollständig, weshalb er weiß erscheint und dahinter ein Schatten liegt.
Es wird dabei keine Strahlung eingesetzt. Das ist der wichtigste Unterschied zu Röntgen und Computertomographie und der Grund, warum Ultraschall in der Schwangerschaft die Methode der Wahl ist. Eine schädigende Wirkung ist bei den in der Diagnostik verwendeten Energiedichten nicht bekannt – auch nach Jahrzehnten breiter Anwendung.
Der Preis dafür ist eine Grenze, die man kennen sollte: Ultraschall kommt nicht durch Luft und nicht durch Knochen. Ein Darm voller Gas verdeckt, was dahinterliegt. Deshalb ist die Bildqualität nicht bei jeder Frau gleich, und deshalb ist die Untersuchung stärker als andere davon abhängig, wer sie durchführt.
Die zwei Zugangswege
Vaginalsonographie
In der Gynäkologie ist der vaginale Ultraschall die Standarduntersuchung. Ein schlanker Schallkopf wird in die Scheide eingeführt und liegt damit unmittelbar an Gebärmutter und Eierstöcken an. Weil kein Fettgewebe und keine Bauchdecke dazwischenliegen, kann mit hoher Frequenz gearbeitet werden – und hohe Frequenz bedeutet feine Auflösung.
Was das praktisch heißt: Eine Fruchthöhle ist ab etwa der fünften Schwangerschaftswoche sichtbar, ein Herzschlag ab der sechsten. Die Schleimhaut der Gebärmutter lässt sich auf den Millimeter vermessen, ein Polyp von wenigen Millimetern erkennen, ein Follikel im Eierstock in seiner Reifung verfolgen.
Die Untersuchung erfolgt bei entleerter Blase und ist in aller Regel schmerzfrei. Der Schallkopf ist deutlich schlanker als ein Spekulum. Wer sie zum ersten Mal hat, bekommt vorher erklärt, was geschieht – und sie lässt sich jederzeit unterbrechen.
Bei jungen Mädchen, bei Frauen ohne bisherigen Geschlechtsverkehr und immer dann, wenn der vaginale Zugang aus welchem Grund auch immer nicht gewünscht ist, wird über die Bauchdecke geschallt. Die Aussagekraft ist geringer, aber für viele Fragestellungen ausreichend. Diese Entscheidung treffen Sie, nicht die Untersuchung.
Abdominalsonographie
Über die Bauchdecke wird ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel geschallt, wenn die Gebärmutter dafür groß genug ist, außerdem bei jungen Mädchen und bei Frauen, für die der vaginale Zugang nicht in Frage kommt. Hier ist eine gefüllte Blase hilfreich: Sie schiebt den Darm beiseite und dient als Schallfenster.
Die Eindringtiefe ist größer, die Auflösung geringer. In der Schwangerschaft ist das kein Nachteil, weil das zu Beurteilende entsprechend größer geworden ist.
Ultraschall in der Schwangerschaft
Der Eltern-Kind-Pass sieht in Österreich vier Ultraschalluntersuchungen vor – seit dem 1. Oktober 2026, davor waren es drei. Sie haben jeweils eine eigene Fragestellung: Es sind nicht viermal dieselbe Untersuchung zu verschiedenen Zeitpunkten.
| Zeitfenster | Untersuchung | Wonach gesucht wird |
|---|---|---|
| 8+0 bis 16+0 | Erster Ultraschall | Sitz und Zahl der Fruchtanlagen, Herzaktion, Scheitel-Steiß-Länge |
| 18+0 bis 22+0 | Organscreening | Herz, Gehirn, Wirbelsäule, Bauchwand, Nieren, Gliedmaßen, Fruchtwasser, Mutterkuchen |
| 30+0 bis 34+0 | Dritter Ultraschall | Wachstum, Fruchtwassermenge, Lage, Sitz des Mutterkuchens |
| 35+0 bis 38+0 | Vierter Ultraschall | Wachstum, Lage des Kindes, Fruchtwasser, Mutterkuchen vor der Geburt |
Der erste Ultraschall leistet etwas, das später nicht mehr möglich ist: Er datiert die Schwangerschaft. Die Scheitel-Steiß-Länge ist im ersten Trimester bei allen Kindern nahezu gleich – Wachstumsunterschiede entstehen erst später. Deshalb ist der hier bestimmte Geburtstermin auf etwa fünf Tage genau, und deshalb gilt er anschließend, auch wenn spätere Messungen ein größeres oder kleineres Kind zeigen. Wie sich das auf Ihre Termine auswirkt, rechnet der Geburtsterminrechner aus.
Das Organscreening ist die ausführlichste Untersuchung der ganzen Schwangerschaft. Jedes Organ wird einzeln durchgegangen, das Herz in mehreren Ebenen. Planen Sie 45 Minuten und mehr ein. Es ist auch der Termin, an dem sich das Geschlecht zuverlässig bestimmen lässt – falls Sie es wissen möchten; sagen Sie vorher Bescheid, wenn nicht.
Der dritte Ultraschall beantwortet die Fragen, aus denen die Geburtsplanung entsteht: Wächst das Kind wie erwartet? Ist genug Fruchtwasser da? Liegt es mit dem Kopf nach unten? Und wo sitzt der Mutterkuchen – liegt er vor dem Muttermund, ist eine vaginale Geburt nicht möglich.
Der vierte Ultraschall ist neu: Seit Oktober 2026 sieht das Programm kurz vor der Geburt eine weitere Untersuchung vor, zwischen 35+0 und 38+0. Sie beantwortet die Frage, auf die es dann ankommt – wie das Kind liegt, wie es gewachsen ist, ob die Fruchtwassermenge stimmt und ob etwas gegen den geplanten Geburtsweg spricht.
Wann diese Fenster in Ihrer Schwangerschaft liegen, rechnet der Mutter-Kind-Pass-Planer aus und exportiert sie in Ihren Kalender.
Was der Ultraschall in der Schwangerschaft nicht kann
Diese Grenze gehört genauso deutlich benannt wie die Möglichkeiten. Ein unauffälliges Organscreening bedeutet nicht, dass das Kind gesund ist. Es bedeutet, dass die untersuchbaren Strukturen unauffällig aussahen.
Chromosomenstörungen sind im Ultraschall nur dann erkennbar, wenn sie sichtbare Merkmale verursachen – bei Trisomie 21 ist das in etwa der Hälfte der Fälle so. Stoffwechsel- und Erbkrankheiten sind gar nicht sichtbar. Ein Teil der Herzfehler entgeht auch einer sorgfältigen Untersuchung. Und die Bildqualität hängt von Faktoren ab, die niemand beeinflussen kann: der Lage des Kindes, der Fruchtwassermenge, der Bauchdecke.
Für gezielte Fragen nach Chromosomenstörungen gibt es andere Wege: die Nackenfaltenmessung ab 11+0, den nicht-invasiven Pränataltest aus dem mütterlichen Blut ab 10+0, und bei konkretem Verdacht die Fruchtwasseruntersuchung. Vor jedem dieser Schritte steht dieselbe Frage, und sie ist schwerer als die nach dem Test: Was soll aus dem Ergebnis folgen?
Auch die Gewichtsschätzung hat eine Grenze, die regelmäßig unterschätzt wird. Sie beruht auf Formeln aus drei Messwerten und hat eine Abweichung von etwa zehn bis fünfzehn Prozent nach oben wie nach unten. Bei einem geschätzten Gewicht von 3.500 Gramm heißt das ein Bereich von rund 3.000 bis 4.000 Gramm. Wer diese Zahl als Tatsache nimmt, trifft Entscheidungen auf einer Grundlage, die sie nicht hergibt.
3D- und 4D-Ultraschall
Beim dreidimensionalen Ultraschall werden viele Schnittbilder zu einer Oberflächenansicht verrechnet; 4D bedeutet, dass diese Ansicht sich bewegt. Für Eltern ist das häufig der Moment, in dem aus einer Untersuchung ein Gesicht wird.
Medizinisch bringt das Verfahren in bestimmten Fragen einen echten Zusatznutzen – bei der Beurteilung von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, von Fehlbildungen der Gliedmaßen oder der Wirbelsäule. Für die Standarduntersuchung ist es kein Ersatz: Die entscheidenden Befunde werden im gewöhnlichen zweidimensionalen Bild erhoben.
Am besten gelingen die Aufnahmen zwischen der 26. und 30. Woche – vorher fehlt dem Kind das Unterhautfett, später wird es zu eng. Ob eine gute Ansicht zustande kommt, hängt von der Lage des Kindes und der Fruchtwassermenge ab und lässt sich nicht erzwingen. Ein Termin ohne brauchbares Bild kommt vor.
Ultraschall außerhalb der Schwangerschaft
In der gynäkologischen Vorsorge ist der vaginale Ultraschall fester Bestandteil jeder Jahresuntersuchung. Beurteilt werden Größe und Form der Gebärmutter, die Dicke und Struktur der Schleimhaut sowie beide Eierstöcke.
Typische Fragestellungen:
- Starke oder verlängerte Blutungen. Myome, Polypen und eine Adenomyose lassen sich im Ultraschall unterscheiden – und diese Unterscheidung entscheidet über die Behandlung.
- Zwischenblutungen und Blutungen nach den Wechseljahren. Hier ist die Schleimhautdicke der wichtigste Messwert. Eine Blutung nach der Menopause gehört immer abgeklärt.
- Unterbauchschmerzen. Zysten, Eierstockentzündungen und Hinweise auf Endometriose.
- Kinderwunsch. Verfolgung des Follikelwachstums und Beurteilung der Schleimhaut über den Zyklus, dazu die Frage nach einem polyzystischen Ovarsyndrom.
- Lagekontrolle einer Spirale. Vier bis sechs Wochen nach dem Einsetzen und danach jährlich – siehe Spiralen.
- Beurteilung der Brust ergänzend zur Tastuntersuchung, besonders bei dichtem Drüsengewebe, in dem die Mammographie weniger aussagekräftig ist.
Für die Zyklusdiagnostik ist der Zeitpunkt entscheidend: Die Schleimhaut sieht am fünften Zyklustag anders aus als am zwanzigsten. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung, worum es geht, damit der Termin passend liegt – der Eisprungrechner hilft, den eigenen Zyklus dafür einzuschätzen.
Der Doppler: Blutfluss sichtbar machen
Neben dem gewöhnlichen Bild kann das Gerät auch Bewegung darstellen. Das Verfahren nutzt aus, dass Schall, der von etwas Bewegtem zurückgeworfen wird, seine Frequenz ändert – dem Effekt, der einen vorbeifahrenden Rettungswagen erst höher und dann tiefer klingen lässt. Rote und blaue Farbflächen im Bild zeigen an, ob Blut auf den Schallkopf zufließt oder von ihm weg.
In der Schwangerschaft wird der Doppler eingesetzt, wenn Fragen zur Versorgung des Kindes bestehen: bei Wachstumsverzögerung, bei Bluthochdruck der Mutter, bei Verdacht auf eine Präeklampsie oder bei Mehrlingen. Gemessen wird der Widerstand in den Gebärmutterarterien, in der Nabelschnurarterie und in einer Hirnarterie des Kindes. Aus dem Verhältnis dieser Werte lässt sich abschätzen, ob der Mutterkuchen ausreichend leistet.
Außerhalb der Schwangerschaft hilft der Doppler bei der Beurteilung von Eierstockzysten und Myomen: Ein reich durchbluteter Knoten wird anders eingeordnet als ein blutleerer. Und beim Verdacht auf eine Eierstockdrehung ist die Frage nach dem Blutfluss die entscheidende, weil von ihr abhängt, wie eilig ein Eingriff ist.
Was ein Befund aussagt – und was nicht
Ultraschallbefunde werden häufig als endgültiges Urteil gelesen, obwohl sie eine Momentaufnahme beschreiben. Drei Beispiele, die in der Ordination regelmäßig für Sorge sorgen und meist keine rechtfertigen.
„Zyste am Eierstock". Der weit überwiegende Teil aller Eierstockzysten ist funktionell: ein Follikel, der größer geworden ist als üblich, oder ein Gelbkörper, der Flüssigkeit eingeschlossen hat. Solche Zysten verschwinden innerhalb von ein bis zwei Zyklen von selbst. Deshalb lautet die übliche Konsequenz nicht „operieren", sondern „in sechs Wochen noch einmal ansehen" – und meist ist dann nichts mehr zu sehen.
„Myom". Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter und bei Frauen über dreißig ausgesprochen häufig. Behandlungsbedürftig sind sie nur dann, wenn sie Beschwerden machen – starke Blutungen, Druck auf Blase oder Darm, Schmerzen – oder wenn sie die Gebärmutterhöhle verformen und dadurch eine Schwangerschaft oder eine Spirale beeinträchtigen. Ein zufällig entdecktes, symptomloses Myom wird beobachtet, nicht behandelt.
„Verdickte Schleimhaut". Was als verdickt gilt, hängt vollständig vom Zyklustag und vom Lebensabschnitt ab. Zwölf Millimeter sind kurz vor der Blutung normal, nach der Menopause nicht. Ein Befund ohne Angabe des Zyklustags ist deshalb kaum zu beurteilen – und ein Grund, weshalb Befunde von verschiedenen Stellen nicht ohne Weiteres vergleichbar sind.
Bringen Sie auswärtige Ultraschallbefunde deshalb im Original mit, nicht als Erinnerung daran, was gesagt wurde. Vergleichbarkeit über die Zeit ist bei dieser Untersuchung die halbe Aussagekraft.
Wie ein Ultraschalltermin abläuft
Vorbereitung ist kaum nötig. Für den vaginalen Ultraschall soll die Blase leer sein, für den abdominalen gefüllt. Eine bestimmte Kleidung oder Nüchternheit ist nicht erforderlich.
Die Untersuchung selbst dauert je nach Fragestellung fünf bis vierzig Minuten. Das Gel fühlt sich kühl an, mehr passiert nicht. Während der Untersuchung wird gemessen und dokumentiert; dass dabei Pausen entstehen, in denen nichts gesagt wird, ist normal und kein Zeichen für einen Befund. Wenn Sie in diesen Momenten unsicher werden: fragen Sie. Es ist immer eine Antwort möglich.
In dieser Ordination ist der Ultraschall Teil der Untersuchung und wird nicht gesondert verrechnet – die Honorare stehen auf der Seite Honorare.
Ausdrucke und Bilder bekommen Sie mit. In der Schwangerschaft werden die Messwerte zusätzlich in den Eltern-Kind-Pass eingetragen; dieser Eintrag ist der maßgebliche, weil ihn jede weiterbetreuende Stelle und die Geburtsklinik lesen. Bringen Sie den Pass deshalb zu jedem Termin mit – ein zu Hause vergessener Pass bedeutet, dass Werte doppelt erhoben oder gesucht werden müssen.
Wie sicher Ultraschall ist
Nach heutigem Wissen ist diagnostischer Ultraschall in der Schwangerschaft unbedenklich. Es gibt keine ionisierende Strahlung, und schädigende Wirkungen sind bei den verwendeten Energien nicht nachgewiesen – weder in Tierversuchen noch in großen Nachbeobachtungen von Kindern, die vorgeburtlich geschallt wurden.
Trotzdem gilt fachlich der Grundsatz, so kurz wie nötig zu schallen und die Leistung so niedrig zu halten, wie die Fragestellung es erlaubt. Der Doppler, der Blutfluss darstellt, bringt mehr Energie ins Gewebe als das gewöhnliche Bild und wird deshalb gezielt eingesetzt und nicht zur Unterhaltung.
Aus demselben Grund raten die Fachgesellschaften von rein kommerziellen „Babyfernsehen"-Angeboten ab, bei denen ohne medizinische Fragestellung und ohne ärztliche Befundung über lange Zeit geschallt wird. Ein 3D-Bild im Rahmen einer regulären Untersuchung ist etwas anderes als eine halbe Stunde Unterhaltungsschall.
Der zweite Einwand gegen solche Angebote wiegt schwerer als der erste. Wer ohne ärztliche Befundung schallt, sieht möglicherweise etwas Auffälliges – und darf es weder einordnen noch mitteilen. Umgekehrt entsteht bei den Eltern der Eindruck einer Untersuchung, die keine war: Ein schönes Bild vom Gesicht sagt nichts über das Herz. Beide Missverständnisse treten in der Praxis auf, und beide bereiten mehr Sorge, als das Bild an Freude bringt.
Wer ein Erinnerungsbild möchte, bekommt es in dieser Ordination im Rahmen der regulären Untersuchung – sofern die Lage des Kindes es hergibt; versprechen lässt sich das nicht. Dafür sieht dort zugleich jemand hin, der beurteilen kann, was zu sehen ist.
Wie es weitergeht
Ob Vorsorge, Zyklusabklärung, Kinderwunsch oder Schwangerenbetreuung – der Ultraschall gehört in dieser Ordination zu praktisch jeder Untersuchung dazu. Termin vereinbaren. Wann welche Untersuchung ansteht, zeigen der Vorsorge-Fahrplan und der Mutter-Kind-Pass-Planer.
Häufige Fragen
Ist Ultraschall in der Schwangerschaft schädlich?
Nach heutigem Wissen nicht. Es wird keine Strahlung eingesetzt, und schädigende Wirkungen sind bei diagnostischen Energien nicht nachgewiesen. Fachlich gilt trotzdem, nur so lange zu schallen, wie die Fragestellung es verlangt.
Ab wann sieht man das Herz schlagen?
Im vaginalen Ultraschall meist ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Vorher ist die Fruchthöhle sichtbar, aber noch keine Herzaktion – das ist kein schlechtes Zeichen, sondern eine Frage des Zeitpunkts.
Wie genau ist die Gewichtsschätzung?
Sie hat eine Abweichung von etwa zehn bis fünfzehn Prozent in beide Richtungen. Bei geschätzten 3.500 Gramm liegt der tatsächliche Bereich also etwa zwischen 3.000 und 4.000 Gramm.
Tut der vaginale Ultraschall weh?
In aller Regel nicht. Der Schallkopf ist schlanker als ein Spekulum. Bei entzündlichen Veränderungen oder Endometriose kann er unangenehm sein – sagen Sie es, dann wird angepasst.
Kann man das Geschlecht sicher erkennen?
Ab dem Organscreening in der 18. bis 22. Woche in aller Regel zuverlässig, sofern die Lage des Kindes es zulässt. Früher ist die Beurteilung unsicher.
Warum wird bei jeder Vorsorge geschallt?
Weil Tastbefund und Ultraschall unterschiedliche Dinge zeigen. Ein Polyp von fünf Millimetern ist nicht tastbar, im Ultraschall aber deutlich sichtbar – und er kann die Ursache einer Zwischenblutung sein.
Quellen
- Robinson HP, Fleming JEE: A critical evaluation of sonar crown-rump length measurements. British Journal of Obstetrics and Gynaecology 1975;82:702–710.
- Hadlock FP u. a.: Estimation of fetal weight with the use of head, body, and femur measurements. American Journal of Obstetrics and Gynecology 1985;151:333–337.
- ISUOG Practice Guidelines: Performance of the routine mid-trimester fetal ultrasound scan. Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2022.
- Eltern-Kind-Pass-Untersuchungsprogramm-Verordnung (EKPUV), BGBl. II Nr. 241/2026, in Kraft seit 1. Oktober 2026.
- Österreichische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin: Empfehlungen zur Anwendung des Ultraschalls in der Schwangerschaft.
Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch: Er kennt Ihre Vorgeschichte nicht und kann Sie nicht untersuchen. Wenn etwas an Ihrer Lage von dem abweicht, was hier steht, ist genau diese Abweichung das Entscheidende.
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