Hirnhautentzündung (Meningitis)

Lesedauer etwa 10 Minuten · Fachlich durchgesehen am 4.9.2026 von Dr. Linda Tamme

Der wichtigste Schritt gegen eine Hirnhautentzündung beim Neugeborenen wird beim Frauenarzt gesetzt: der Abstrich vor der Geburt.

Eine Hirnhautentzündung ist keine frauenärztliche Erkrankung – und trotzdem wird der wichtigste Schritt zu ihrer Verhütung beim Neugeborenen in der frauenärztlichen Ordination gesetzt: der Abstrich auf B-Streptokokken zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche. Diese Seite erklärt, was eine Meningitis ist, welche Erreger für Schwangere und Neugeborene zählen und was sich vorbeugen lässt.

Was eine Hirnhautentzündung ist

Gehirn und Rückenmark sind von drei Häuten umgeben, zwischen denen Nervenwasser zirkuliert. Entzünden sich diese Häute, spricht man von einer Meningitis. Greift die Entzündung auf das Gehirn selbst über, heißt es Meningoenzephalitis.

Die entscheidende Unterscheidung ist die nach dem Erreger, denn davon hängt alles Weitere ab. Virale Hirnhautentzündungen sind häufiger und verlaufen in aller Regel mild; sie heilen meist von selbst aus. Bakterielle Hirnhautentzündungen sind seltener, aber lebensbedrohlich – unbehandelt verlaufen sie fast immer tödlich, und selbst behandelt bleiben bei einem Teil der Betroffenen Schäden zurück.

Diese Unterscheidung lässt sich von außen nicht treffen. Sie erfordert eine Untersuchung des Nervenwassers, das über eine Punktion im unteren Rücken gewonnen wird. Deshalb gilt bei Verdacht immer: sofort ins Krankenhaus, nicht abwarten.

Die Warnzeichen

Bei Erwachsenen und größeren Kindern:

  • hohes Fieber mit starken Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit – das Kinn lässt sich nicht auf die Brust legen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrtheit, Benommenheit, Krampfanfälle
  • kleine, punktförmige Hauteinblutungen, die sich mit einem Glas nicht wegdrücken lassen

Das letzte Zeichen gilt als Notfall im Notfall: Es spricht für eine Blutvergiftung durch Meningokokken, die innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden kann. Der Glastest ist einfach – ein durchsichtiges Glas fest auf den Fleck drücken; bleibt er sichtbar, sofort die Rettung unter 144.

Bei Neugeborenen und Säuglingen fehlen diese Zeichen häufig. Statt Nackensteifigkeit zeigen sich: Trinkschwäche, auffällige Schläfrigkeit oder ungewöhnliche Unruhe, ein schrilles Schreien, eine vorgewölbte Fontanelle, blasse oder marmorierte Haut, Temperaturschwankungen in beide Richtungen. Ein Neugeborenes, das nicht mehr richtig trinkt und sich anders anfühlt als sonst, gehört unverzüglich beurteilt – und zwar auch dann, wenn kein Fieber besteht.

B-Streptokokken: der Abstrich in der 35. bis 37. Woche

Dies ist der Teil, für den die Frauenheilkunde unmittelbar zuständig ist.

Streptokokken der Gruppe B, kurz GBS, sind Bakterien, die bei etwa zehn bis dreißig Prozent aller Frauen im Darm und in der Scheide vorkommen – ohne Beschwerden zu machen. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung, sondern um eine Besiedelung. Für die Frau selbst ist sie ohne Bedeutung.

Für das Kind ist sie es nicht. Unter der Geburt kann der Erreger übertragen werden, und in einem kleinen Teil der Fälle führt das zu einer schweren Infektion des Neugeborenen – Blutvergiftung, Lungenentzündung oder eben Hirnhautentzündung. GBS ist in Europa die häufigste Ursache einer bakteriellen Meningitis in der ersten Lebenswoche.

Die Zahlen ordnen das ein: Von hundert Frauen tragen etwa zwanzig den Erreger, und ohne Vorbeugung erkrankt ungefähr eines von zweihundert Kindern besiedelter Mütter. Das ist selten – und zugleich häufig genug, dass eine Vorsorge sich lohnt, weil der Einzelfall so schwer wiegt und die Maßnahme so einfach ist.

Deshalb wird in Österreich zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche ein Abstrich aus Scheide und Enddarm genommen. Der Zeitpunkt ist bewusst spät gewählt: Die Besiedelung schwankt, und ein Befund aus der 30. Woche sagt wenig über die Situation zum Geburtstermin.

Ist der Abstrich positiv, bekommt die Mutter unter der Geburt ein Antibiotikum über die Vene – üblicherweise Penicillin, beginnend mindestens vier Stunden vor der Geburt. Das genügt, um die Übertragung weitestgehend zu verhindern; die Häufigkeit der frühen Neugeboreneninfektionen ist dadurch um etwa achtzig Prozent gesunken.

Wichtig zur Einordnung: Ein positiver Befund ist keine Erkrankung, kein Grund für einen Kaiserschnitt und kein Grund, vor der Geburt Antibiotika zu nehmen – eine Behandlung während der Schwangerschaft beseitigt die Besiedelung nicht dauerhaft, sie kommt zurück. Es zählt allein die Gabe unter der Geburt.

Wann dieses Zeitfenster in Ihrer Schwangerschaft liegt, rechnet der Mutter-Kind-Pass-Planer aus – der Abstrich wird üblicherweise bei der fünften Untersuchung mitgenommen.

Listerien: die Infektion, die über das Essen kommt

Listeria monocytogenes ist der zweite Erreger, der in der Schwangerschaft besondere Bedeutung hat. Schwangere erkranken etwa zehn- bis zwanzigmal häufiger als andere Erwachsene, weil die Immunabwehr in der Schwangerschaft umgestellt ist.

Für die Mutter verläuft eine Listeriose oft unspektakulär: grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Muskelschmerzen, manchmal Durchfall. Bei Erwachsenen außerhalb der Schwangerschaft kann sie eine Hirnhautentzündung verursachen – und ist damit einer der wenigen Erreger, die eine Meningitis über die Nahrung auslösen.

Für das Kind ist sie gefährlich. Listerien überwinden den Mutterkuchen und können eine Fehlgeburt, eine Frühgeburt oder eine schwere Infektion des Neugeborenen verursachen, bei der eine Hirnhautentzündung zum Bild gehört.

Vorbeugen lässt sich fast vollständig über die Ernährung. Gemieden werden:

  • Rohmilch und Käse aus Rohmilch, besonders Weichkäse mit Rinde
  • rohes und geräuchertes Fleisch, Rohwurst, Streichmettwurst
  • roher Fisch, geräucherter Fisch, Sushi
  • vorgeschnittene Salate und offene Feinkostsalate
  • Sprossen

Der Grund für diese Liste: Listerien vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur – anders als die meisten anderen Erreger. Deshalb genügt Kühlen nicht, und deshalb sind gerade vorgeschnittene, lang gelagerte Lebensmittel betroffen. Durcherhitzen tötet sie ab; erhitzte Speisen sind unbedenklich, auch wenn sie aus einer der genannten Gruppen stammen.

Wie der Abstrich abläuft

Es sind zwei Abstriche: einer aus dem unteren Scheidenbereich und einer aus dem Enddarm. Der zweite überrascht regelmäßig, ist aber der wichtigere – der Darm ist das eigentliche Reservoir, von dem aus die Scheide immer wieder besiedelt wird. Ein Abstrich, der nur die Scheide erfasst, übersieht einen Teil der positiven Frauen.

Die Entnahme dauert Sekunden und ist nicht schmerzhaft; ein Spekulum ist dafür nicht nötig. In manchen Ländern nehmen Frauen den Abstrich selbst ab, mit gleich guten Ergebnissen – fragen Sie danach, wenn Ihnen das lieber ist. Das Ergebnis liegt nach zwei bis drei Tagen vor, weil die Bakterien im Labor angezüchtet werden müssen.

Zwei Situationen machen den Abstrich entbehrlich, weil ohnehin behandelt wird: wenn in dieser Schwangerschaft B-Streptokokken im Harn nachgewiesen wurden, und wenn ein früheres Kind eine GBS-Infektion hatte. In beiden Fällen gilt die Frau als positiv, unabhängig vom Abstrichergebnis.

Und wenn die Geburt beginnt, bevor der Abstrich genommen wurde – bei einer Frühgeburt etwa –, wird in der Klinik nach Risikomerkmalen entschieden: Fieber unter der Geburt, ein Blasensprung von mehr als achtzehn Stunden oder eine Geburt vor der 37. Woche führen zur Antibiotikagabe, auch ohne Befund.

Frühe und späte Neugeboreneninfektion

Bei den B-Streptokokken werden zwei Verlaufsformen unterschieden, und der Unterschied erklärt, warum die Vorsorge nur einen Teil abdeckt.

Die frühe Form tritt in der ersten Lebenswoche auf, meist in den ersten 24 Stunden. Sie entsteht durch die Übertragung unter der Geburt und zeigt sich als Blutvergiftung oder Lungenentzündung, seltener als Hirnhautentzündung. Genau diese Form verhindert das Antibiotikum unter der Geburt – und zwar sehr wirksam.

Die späte Form tritt zwischen der zweiten Lebenswoche und dem dritten Lebensmonat auf. Sie geht häufiger mit einer Hirnhautentzündung einher und lässt sich durch die Vorsorge unter der Geburt nicht verhindern, weil die Ansteckung später und aus anderen Quellen erfolgt.

Für Eltern folgt daraus ein praktischer Satz: Ein unauffälliger Abstrich und eine problemlose Geburt schließen eine spätere Infektion nicht aus. Deshalb bleibt die Regel bestehen, ein Neugeborenes, das schlecht trinkt, auffällig schläfrig oder ungewöhnlich unruhig ist, noch am selben Tag ansehen zu lassen.

FSME: die virale Form, die in Österreich zählt

Unter den viralen Hirnhautentzündungen hat eine in Österreich besondere Bedeutung: die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Sie wird durch Zecken übertragen, und Österreich gehört zu den Ländern mit der höchsten Verbreitung in Europa.

Der Verlauf ist typischerweise zweiphasig. Nach ein bis zwei Wochen kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden, die abklingen. Bei einem Teil der Betroffenen folgt nach einem beschwerdefreien Intervall die zweite Phase mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und in schweren Fällen einer Beteiligung von Gehirn und Rückenmark. Bleibende Lähmungen und Konzentrationsstörungen kommen vor; eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

Vorbeugen lässt sich mit einer Impfung, die in Österreich flächendeckend angeboten wird. Es handelt sich um einen Totimpfstoff, und daraus folgt die für diese Seite entscheidende Auskunft: Er ist in der Schwangerschaft grundsätzlich einsetzbar. Die Zulassungstexte sind zurückhaltend formuliert, weil systematische Studien an Schwangeren fehlen; bei hohem Expositionsrisiko – etwa bei beruflicher Tätigkeit im Wald oder in einem Hochrisikogebiet – wird nach Abwägung geimpft.

Wer die Grundimmunisierung ohnehin plant, legt sie am besten vor eine Schwangerschaft. Drei Dosen sind dafür nötig, die dritte nach fünf bis zwölf Monaten; danach Auffrischungen alle drei bis fünf Jahre je nach Alter. Diese Zeitspanne lässt sich schwer in eine Schwangerschaft hineinlegen und gut davor.

Die impfpräventablen Erreger

Ein erheblicher Teil der bakteriellen Hirnhautentzündungen lässt sich durch Impfungen verhindern. Vier Erreger stehen im Vordergrund, und gegen drei davon wird in Österreich im Kindesalter geimpft.

ErregerImpfungWann
Haemophilus influenzae Typ bTeil der Sechsfachimpfungab 3. Lebensmonat
PneumokokkenKonjugatimpfstoffab 3. Lebensmonat
Meningokokken Beigener Impfstoffab 2. Lebensmonat
Meningokokken ACWYeigener Impfstoffim Schulalter
B-Streptokokkenkeine Impfung verfügbarAbstrich und Antibiotikum unter der Geburt
Listerienkeine Impfung verfügbarErnährung in der Schwangerschaft

Die Wirkung dieser Impfungen ist in den Zahlen ablesbar. Vor Einführung der Hib-Impfung war Haemophilus influenzae Typ b die häufigste Ursache bakterieller Hirnhautentzündungen bei Kleinkindern; heute ist sie eine Rarität. Ähnliches gilt für die Pneumokokken-Konjugatimpfung.

Die letzten beiden Zeilen der Tabelle sind die frauenärztlichen: Wo keine Impfung existiert, tritt an ihre Stelle die Vorsorge in der Schwangerschaft.

Warum der Nestschutz hier nicht reicht

Antikörper der Mutter gehen im letzten Schwangerschaftsdrittel auf das Kind über und tragen die ersten Lebensmonate. Bei mehreren Erkrankungen funktioniert das gut – bei Keuchhusten ist es sogar der ausdrückliche Zweck einer Impfung in der Schwangerschaft.

Bei den Meningitis-Erregern ist es anders. Die schützenden Antikörper richten sich gegen Zuckerhüllen der Bakterien, und gegen solche Strukturen bildet ein Erwachsener ohne Impfung oft keine hohen Spiegel. Für B-Streptokokken gibt es keinen Impfstoff, mit dem sich das ändern ließe – es wird seit Jahren an einem gearbeitet, der eine Impfung der Schwangeren ermöglichen würde, aber zugelassen ist bislang keiner.

Deshalb bleibt es beim Abstrich und beim Antibiotikum unter der Geburt. Es ist eine umständlichere Lösung als eine Impfung, und sie funktioniert.

Was von einer Meningitis zurückbleiben kann

Auch behandelt hinterlässt eine bakterielle Hirnhautentzündung bei einem Teil der Betroffenen Folgen. Am häufigsten ist eine Hörminderung – sie entsteht dadurch, dass die Entzündung auf das Innenohr übergreift, und sie ist der Grund, warum nach überstandener Meningitis im Kindesalter regelhaft ein Hörtest durchgeführt wird. Eine früh erkannte Schwerhörigkeit lässt sich versorgen; eine übersehene verzögert die Sprachentwicklung.

Seltener bleiben Krampfanfälle, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten oder Bewegungsstörungen zurück. Nach einer Meningokokken-Blutvergiftung können durch die Durchblutungsstörung Gewebeschäden entstehen, die bis zum Verlust von Gliedmaßen reichen.

Diese Aufzählung steht hier nicht, um Angst zu machen, sondern um zwei Dinge einzuordnen. Erstens erklärt sie, warum bei Verdacht sofort und ohne Wartezeit behandelt wird – jede Stunde zählt tatsächlich. Zweitens erklärt sie, warum gegen diese Erreger geimpft wird, obwohl die Erkrankungen selten sind: Es geht nicht um die Häufigkeit, sondern um das Ausmaß dessen, was im Einzelfall auf dem Spiel steht.

Wie behandelt wird

Bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis wird nicht auf Befunde gewartet. Blutkulturen werden abgenommen, dann wird sofort ein hochdosiertes Antibiotikum über die Vene gegeben, bei Erwachsenen zusammen mit Cortison, das die Häufigkeit von Hörschäden senkt. Die Nervenwasserpunktion folgt so rasch wie möglich; die Behandlung wird angepasst, sobald der Erreger bekannt ist.

Für enge Kontaktpersonen einer Meningokokken-Erkrankung ist eine vorbeugende Antibiotikagabe vorgesehen, üblicherweise innerhalb von 24 Stunden. Sie betrifft Haushaltsmitglieder und Menschen mit engem Kontakt zu Sekreten – nicht die gesamte Schulklasse. Für Schwangere gibt es dafür geeignete Präparate; das Gesundheitsamt regelt, wer sie bekommt.

Bei viraler Meningitis ist die Behandlung meist lindernd. Eine Ausnahme sind Herpesviren, gegen die ein wirksames Medikament zur Verfügung steht – ein weiterer Grund, warum die Erregerbestimmung nicht verzichtbar ist.

Bei einem Neugeborenen mit Verdacht auf eine Infektion wird nach demselben Grundsatz vorgegangen, nur mit noch kürzerer Zündschnur: Blutkulturen abnehmen, Antibiotikum beginnen, Nervenwasser untersuchen, sobald es der Kreislauf zulässt. Bestätigt sich der Verdacht nicht, wird die Behandlung nach zwei bis drei Tagen wieder beendet. Diese Bereitschaft, eine Behandlung zu beginnen und dann abzusetzen, ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern die einzige Vorgehensweise, die dem Zeitdruck gerecht wird.

Wie es weitergeht

Der Abstrich auf B-Streptokokken gehört zur regulären Schwangerenbetreuung und muss nicht eigens verlangt werden. Ein positiver Befund gehört in den Mutter-Kind-Pass und muss der Geburtsklinik bekannt sein – tragen Sie den Pass deshalb zu jedem Termin und zur Geburt mit. Termin vereinbaren.

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung gilt in Österreich die Rettung unter 144 oder der Gesundheitsruf 1450. Diese Ordination ist keine Notfallambulanz.

Häufige Fragen

Ich bin B-Streptokokken-positiv. Muss ich einen Kaiserschnitt haben?

Nein. Vorgesehen ist ein Antibiotikum über die Vene unter der Geburt, beginnend mindestens vier Stunden vor der Entbindung. Die Geburtsplanung folgt im Übrigen geburtshilflichen Gesichtspunkten.

Kann ich die Besiedelung vorher wegbehandeln?

Nicht dauerhaft. Eine Behandlung in der Schwangerschaft beseitigt die Bakterien vorübergehend, sie siedeln sich aber wieder an. Wirksam ist allein die Gabe unter der Geburt.

Wird der Abstrich in jeder Schwangerschaft neu gemacht?

Ja. Die Besiedelung schwankt, ein Befund aus einer früheren Schwangerschaft sagt nichts über die aktuelle.

Darf ich mit B-Streptokokken stillen?

Ja, uneingeschränkt.

Muss ich in der Schwangerschaft wirklich auf Weichkäse verzichten?

Auf Rohmilchkäse und Weichkäse mit Rinde ja, wegen der Listerien. Käse aus pasteurisierter Milch und erhitzte Speisen sind unbedenklich – auch überbackener Weichkäse.

Schützt die Meningokokken-Impfung auch mein Neugeborenes?

Nur mittelbar. Die eigene Impfung des Kindes gegen Meningokokken B beginnt ab dem zweiten Lebensmonat; ein Nestschutz über die Mutter ist für diese Erreger nicht zu erwarten.

Quellen

  1. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich 2026.
  2. Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinie Prophylaxe der Neugeborenensepsis durch Streptokokken der Gruppe B, Wien 2023.
  3. Centers for Disease Control and Prevention: Prevention of Group B Streptococcal Early-Onset Disease in Newborns.
  4. van de Beek D u. a.: ESCMID guideline: diagnosis and treatment of acute bacterial meningitis. Clinical Microbiology and Infection 2016;22:S37–S62.
  5. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: Listeriose – Informationen für Schwangere, Wien 2024.

Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch: Er kennt Ihre Vorgeschichte nicht und kann Sie nicht untersuchen. Wenn etwas an Ihrer Lage von dem abweicht, was hier steht, ist genau diese Abweichung das Entscheidende.

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