HPV – Humane Papillomaviren

Lesedauer etwa 11 Minuten · Fachlich durchgesehen am 5.9.2026 von Dr. Linda Tamme

Fast jeder infiziert sich, fast jede Infektion heilt von selbst. Was der Rest bedeutet – und warum dieser Krebs der einzige ist, dem man vollständig vorbeugen kann.

Fast jeder Mensch, der Sex hat, infiziert sich irgendwann mit humanen Papillomaviren. In neun von zehn Fällen ist die Infektion nach zwei Jahren von selbst verschwunden, ohne dass irgendetwas passiert wäre. Aus dem Rest entsteht das, wogegen die gesamte Gebärmutterhalsvorsorge gerichtet ist. Diese Seite erklärt, was HPV ist, was ein positiver Test bedeutet, was die Impfung leistet und was in Österreich wann bezahlt wird.

Was humane Papillomaviren sind

HPV ist keine einzelne Virusart, sondern eine Familie von über zweihundert Typen. Rund vierzig davon befallen die Schleimhäute im Genitalbereich. Sie werden bei Haut- und Schleimhautkontakt übertragen, nicht über Blut oder Körperflüssigkeiten – weshalb ein Kondom das Risiko senkt, aber nicht beseitigt: Es bedeckt nicht alles, was in Kontakt kommt.

Für die Praxis werden die Typen in zwei Gruppen geteilt:

  • Niedrigrisiko-Typen, vor allem HPV 6 und 11. Sie verursachen Feigwarzen (Condylome) – lästig, ansteckend, aber nicht gefährlich. Krebs entsteht daraus nicht.
  • Hochrisiko-Typen, vor allem HPV 16 und 18, dazu 31, 33, 45, 52 und 58. Sie können Zellveränderungen auslösen, aus denen über Jahre ein Karzinom entsteht. HPV 16 und 18 allein sind für rund 70 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome verantwortlich.

Praktisch jedes Gebärmutterhalskarzinom geht auf eine anhaltende Infektion mit einem Hochrisiko-Typ zurück. Das ist ungewöhnlich: Bei kaum einer anderen Krebsart lässt sich eine einzelne notwendige Ursache so klar benennen – und genau deshalb ist dieser Krebs der einzige, dem sich mit einer Impfung praktisch vollständig vorbeugen lässt.

Wie häufig eine Infektion ist

Etwa acht von zehn sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Lauf ihres Lebens mindestens einmal. Die meisten bemerken davon nichts. Das Immunsystem eliminiert das Virus in rund 90 Prozent der Fälle innerhalb von ein bis zwei Jahren.

Daraus folgt ein Satz, der in der Beratung viel Erleichterung bringt: Ein positiver HPV-Test ist keine Diagnose, sondern eine Momentaufnahme. Er sagt, dass das Virus jetzt nachweisbar ist – nicht, dass es bleiben wird, und schon gar nicht, dass eine Krebserkrankung besteht.

Er sagt auch nichts darüber, wann die Ansteckung stattgefunden hat. HPV kann jahrelang unbemerkt persistieren und erst später nachweisbar werden. Ein positiver Befund in einer langjährigen Beziehung ist deshalb kein Beweis für Untreue – ein Punkt, der öfter angesprochen gehört, als er es wird.

Der Weg von der Infektion zur Erkrankung

Gefährlich wird nicht die Infektion, sondern ihre Dauerhaftigkeit. Bleibt ein Hochrisiko-Typ über Jahre bestehen, kann er die Zellen am Gebärmutterhals so verändern, dass Vorstufen entstehen. Diese werden nach ihrer Ausprägung eingeteilt:

StufeWas sie bedeutetWas üblicherweise geschieht
CIN 1 leichte Zellveränderung bildet sich in etwa 60 % von selbst zurück; kontrollieren
CIN 2 mittelgradige Veränderung bildet sich häufig noch zurück, besonders bei jungen Frauen; kontrollieren oder behandeln
CIN 3 schwere Veränderung / Carcinoma in situ behandeln, üblicherweise Konisation

Zwischen einer anhaltenden Infektion und einem invasiven Karzinom liegen im Schnitt zehn bis fünfzehn Jahre. Diese lange Zeitspanne ist der Grund, warum die Vorsorge so gut funktioniert: Es gibt genug Gelegenheiten, eine Vorstufe zu finden, solange sie noch einfach zu behandeln ist.

Der häufigste Grund, warum ein Gebärmutterhalskrebs übersehen wird, ist deshalb nicht ein falsch beurteilter Abstrich, sondern ein nie genommener.

Was in Österreich untersucht wird

Seit 2024 gilt der HPV-Test in Österreich als primäre Screening-Methode für Frauen ab 30. Als Empfehlung hat das einen guten Grund: Der HPV-Test erkennt ein Risiko früher und zuverlässiger, weil er die Ursache sucht statt ihrer Folgen. Zwischen dieser Empfehlung und dem, was die Krankenkasse bezahlt, liegt allerdings ein Unterschied, der in der Ordination fast täglich zu erklären ist: Als Reihenuntersuchung wird der HPV-Test nicht übernommen. Bezahlt wird er, wenn eine Indikation vorliegt – in aller Regel ein auffälliger Krebsabstrich.

AlterUntersuchungAbstand
ab 18gynäkologische Vorsorgeuntersuchungjährlich
ab 20Krebsabstrich (PAP), Kassenleistungjährlich
jedes AlterHPV-Test bei auffälligem Abstrich, Kassenleistungbei der nächsten Untersuchung
ab 30HPV-Test ohne Indikation, auf WunschPrivatleistung

Warum nicht bei jeder Frau? Weil ein positiver HPV-Test ohne Zellveränderung nichts nach sich zieht, was sich behandeln ließe. Er erzeugt ein Gespräch über ein Virus, gegen das es kein Mittel gibt, und eine Beunruhigung ohne Konsequenz – bei jungen Frauen besonders oft, weil HPV-Infektionen dort häufig sind und fast immer von selbst ausheilen. Der Abstrich zeigt dagegen, ob sich Zellen tatsächlich verändert haben. Deshalb steht er in dieser Ordination am Anfang, in jedem Alter; der HPV-Test folgt, wenn der Befund ihn verlangt – und wird dann auch von der Kasse übernommen.

Was in Ihrem Alter ansteht und was die Kasse übernimmt, zeigt der Vorsorge-Fahrplan.

Wie Abstrich und HPV-Test ablaufen

Beide Untersuchungen werden auf dieselbe Weise gewonnen und unterscheiden sich nur darin, was das Labor damit macht. Nach dem Einführen eines Spekulums wird der Gebärmutterhals sichtbar gemacht und mit einer kleinen Bürste abgestrichen. Das dauert wenige Sekunden. Die meisten Frauen spüren einen kurzen Druck, manche eine leichte Krampfempfindung; Schmerz im eigentlichen Sinn ist selten. Eine leichte Schmierblutung danach ist normal und harmlos.

Der Krebsabstrich wird unter dem Mikroskop beurteilt: Ein Zytologe sieht sich die Zellen an und beschreibt, ob und wie stark sie verändert sind. Der HPV-Test sucht dagegen im selben Material nach der Erbinformation der Hochrisiko-Typen. Er beantwortet nicht die Frage „sind Zellen verändert?", sondern „ist die Ursache anwesend, die sie verändern könnte?".

Daraus folgt der entscheidende praktische Unterschied. Ein negativer Abstrich sagt: Heute ist alles unauffällig. Ein negativer HPV-Test sagt darüber hinaus etwas über die nächsten Jahre, weil die Ursache fehlt – er macht einen Krebs in den kommenden Jahren unwahrscheinlicher. Ab dem 30. Lebensjahr ist der HPV-Test deshalb eine alternative Möglichkeit der Früherkennung, und er erkennt Vorstufen früher und zuverlässiger. Er ersetzt den Abstrich aber nicht: Ein Teil der Vorstufen und Karzinome ist HPV-negativ und nur im Zellbild zu erkennen. Deshalb wird hier bei jeder Vorsorge der Abstrich genommen. Bezahlt werden in Österreich der jährliche Abstrich und der HPV-Test bei bestimmten Indikationen; auf Wunsch ist eine Testung jederzeit als Privatleistung möglich.

Für ein verwertbares Ergebnis sollte der Abstrich nicht während der Blutung genommen werden. In den zwei Tagen davor sollten keine Scheidenzäpfchen, Cremes oder Spülungen verwendet werden; auf Geschlechtsverkehr am Vortag wird üblicherweise verzichtet. Wer unsicher ist, ob der Zeitpunkt passt, klärt das bei der Terminvereinbarung – ein unbrauchbarer Abstrich bedeutet einen zweiten Termin.

Feigwarzen

Feigwarzen, medizinisch Condylomata acuminata, sind die häufigste sichtbare Folge einer HPV-Infektion und gehen fast immer auf die Typen 6 und 11 zurück. Sie erscheinen als weiche, hautfarbene bis rötliche Knötchen im Genital- oder Analbereich, einzeln oder in Gruppen, und wachsen langsam. Sie tun meist nicht weh, können aber jucken, brennen oder bluten.

Sie sind ansteckend, und sie sind harmlos in dem Sinn, dass daraus kein Krebs entsteht – die verursachenden Typen gehören zur Niedrigrisiko-Gruppe. Das ändert nichts daran, dass sie viele Betroffene erheblich belasten. Genau diese Diskrepanz zwischen medizinischer Harmlosigkeit und seelischer Belastung gehört ausgesprochen.

Behandelt wird je nach Zahl, Größe und Lage: mit einer Creme zur Selbstanwendung über einige Wochen, durch Vereisen, durch Abtragen mit Laser oder elektrischer Schlinge. Keine dieser Methoden entfernt das Virus, sie entfernen nur die Warzen; Rückfälle in den ersten Monaten sind deshalb häufig, und mit der Zeit werden sie seltener, weil das Immunsystem aufholt. Wer geimpft ist, bekommt sie in aller Regel gar nicht erst.

Ein positiver HPV-Test – und jetzt?

Zuerst: nicht erschrecken. Rund jede zehnte Frau über 30 hat einen positiven Hochrisiko-Befund, und die allermeisten von ihnen werden nie eine Zellveränderung entwickeln.

Was daraufhin geschieht, hängt vom Zellbild ab:

  • HPV positiv, Zellbild unauffällig: Kontrolle nach zwölf Monaten. Ist das Virus dann verschwunden, geht es im normalen Rhythmus weiter.
  • HPV positiv, Zellbild auffällig: Kolposkopie – eine Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einer starken Lupe, bei der auffällige Bezirke mit Essigsäure und Jodlösung sichtbar gemacht und gegebenenfalls eine kleine Gewebeprobe entnommen wird. Das ist unangenehm, aber kurz.
  • HPV 16 oder 18 nachgewiesen: Diese beiden Typen tragen das höchste Risiko. Hier wird meist direkt eine Kolposkopie angeschlossen, unabhängig vom Zellbild.

Bestätigt sich eine höhergradige Vorstufe, ist die übliche Behandlung eine Konisation: Ein kegelförmiges Stück Gewebe wird aus dem Gebärmutterhals entfernt, meist mit einer elektrischen Schlinge, ambulant und in Kurznarkose. Sie ist in aller Regel heilend. Für spätere Schwangerschaften ist zu wissen, dass eine große oder wiederholte Konisation das Risiko für eine Frühgeburt leicht erhöht – ein Grund mehr, nicht mehr Gewebe zu entfernen als nötig, und ein Grund dafür, dass bei jungen Frauen mit CIN 2 oft zunächst kontrolliert statt operiert wird.

Die Impfung

In Österreich ist der Neunfach-Impfstoff Gardasil 9 im Einsatz. Er schützt vor den Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 – also vor den Auslösern von rund 90 Prozent der Gebärmutterhalskarzinome und zugleich vor den beiden Typen, die Feigwarzen verursachen.

Wie wirksam sie ist: In Ländern mit hoher Durchimpfungsrate lässt sich inzwischen an den Daten ablesen, was die Impfung leistet. Eine schwedische Untersuchung an über 1,6 Millionen Frauen zeigte, dass bei Impfung vor dem 17. Lebensjahr die Häufigkeit invasiver Gebärmutterhalskarzinome um rund 88 Prozent sank. Das ist kein Modell, sondern gezählte Erkrankungen.

Wann sie am besten wirkt: vor dem ersten Geschlechtsverkehr, weil dann noch keine Begegnung mit den enthaltenen Typen stattgefunden hat. Nützlich bleibt sie aber auch danach – kaum jemand ist allen neun Typen bereits begegnet, und gegen die übrigen schützt sie weiterhin.

Wie oft geimpft wird: Bis zum 15. Geburtstag genügen zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Ab 15 sind drei Dosen vorgesehen.

Was sie in Österreich kostet: Im kostenfreien Impfprogramm ist sie vom vollendeten 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr enthalten – für Mädchen und Buben gleichermaßen. Empfohlen bleibt sie bis zum vollendeten 30. Lebensjahr, ab 21 allerdings als Selbstzahlerleistung, und auch darüber hinaus ist sie jederzeit möglich, wenn sie individuell gewünscht wird. Die Bedingungen dieses Programms wurden mehrfach erweitert und befristet verlängert; den aktuellen Stand sagt Ihnen die öffentliche Impfstelle oder diese Ordination.

Warum auch Buben geimpft werden: nicht nur, um Mädchen zu schützen. HPV verursacht auch Penis-, Anal- und Rachenkarzinome, und die Zahl HPV-bedingter Rachenkarzinome bei Männern steigt seit Jahren. Der Nutzen ist unmittelbar.

Wie sicher die Impfung ist

Kaum ein Impfstoff ist so gründlich beobachtet worden. Weltweit wurden weit über 500 Millionen Dosen verabreicht, und die Sicherheitsdaten sind entsprechend umfangreich. Die häufigsten Nebenwirkungen sind lokal und kurz: Schmerz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, seltener Kopfschmerzen, Müdigkeit oder leichtes Fieber für ein bis zwei Tage.

Zwei Behauptungen halten sich hartnäckig und sind beide untersucht worden. Ein Zusammenhang mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom oder mit Autoimmunerkrankungen ließ sich in großen Registerstudien mit Millionen geimpfter Mädchen nicht finden – die Erkrankungshäufigkeit war bei Geimpften und Ungeimpften gleich. Und ein Einfluss auf die spätere Fruchtbarkeit ist weder biologisch plausibel noch in den Daten erkennbar; das Gegenteil trifft eher zu, weil eine vermiedene Konisation die Gebärmutterhalsfunktion erhält.

Was tatsächlich vorkommt, sind Kreislaufreaktionen bei Jugendlichen unmittelbar nach der Impfung – Schwindel bis hin zur kurzen Ohnmacht. Das ist keine Reaktion auf den Impfstoff, sondern auf die Situation, und der Grund, warum nach der Impfung eine Viertelstunde sitzen geblieben wird.

Die Durchimpfungsrate in Österreich liegt deutlich unter der Länder, in denen der Rückgang der Karzinome schon messbar ist. Das ist kein medizinisches, sondern ein organisatorisches Problem: Die Impfung ist kostenfrei, sie ist wirksam, und sie wird trotzdem oft nicht wahrgenommen, weil sie in kein Routineverfahren eingebettet ist. Wer die Frage im Beratungsgespräch stellt, bekommt hier eine klare Antwort.

Was die Impfung nicht ersetzt

Die Vorsorgeuntersuchung. Der Impfstoff deckt neun Typen ab, nicht alle krebserregenden – rund zehn Prozent der Karzinome gehen auf andere zurück. Geimpfte Frauen nehmen deshalb weiterhin am Screening teil, nur mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit eines auffälligen Befundes.

Sie heilt außerdem keine bestehende Infektion. Wer bereits HPV-positiv ist, wird durch die Impfung nicht davon befreit – sie schützt aber vor den übrigen enthaltenen Typen, was sie auch dann sinnvoll macht.

HPV und Schwangerschaft

Eine HPV-Infektion gefährdet die Schwangerschaft nicht. Das Kind wird praktisch nie angesteckt; die seltene Übertragung unter der Geburt führt nur in Ausnahmefällen zu Problemen und ist kein Grund für einen Kaiserschnitt.

Feigwarzen können in der Schwangerschaft schneller wachsen, weil das Immunsystem umgestellt ist. Behandelt wird zurückhaltend und mit anderen Mitteln als sonst; nach der Geburt bilden sie sich häufig von selbst zurück.

Die Impfung wird in der Schwangerschaft nicht gegeben – nicht, weil ein Schaden bekannt wäre, sondern weil dafür keine Zulassung besteht. Wurde versehentlich geimpft, ist das kein Grund zur Sorge; die begonnene Serie wird nach der Geburt fortgesetzt. Stillen ist kein Hindernis.

Wer eine Schwangerschaft plant, sollte die Impfung davor abschließen – ebenso wie den Rötelnschutz prüfen lassen. Was vor einer Schwangerschaft sonst noch geklärt gehört, steht im Vorsorge-Fahrplan.

Was Sie selbst tun können

  • Nicht rauchen. Rauchen ist der wichtigste beeinflussbare Faktor dafür, ob eine HPV-Infektion bestehen bleibt oder ausheilt. Die Schadstoffe schwächen die lokale Immunabwehr am Gebärmutterhals.
  • Zur Vorsorge gehen. Jährlich, unabhängig davon, ob Beschwerden bestehen – Zellveränderungen tun nicht weh und bluten meist nicht.
  • Impfen lassen – kostenfrei bis zum 21. Geburtstag, danach auf eigene Kosten weiterhin möglich.
  • Kondome verwenden bei wechselnden Partnerschaften. Sie senken das Risiko deutlich, auch wenn sie es nicht ausschließen.

Wie es weitergeht

Ob bei Ihnen ein HPV-Test ansteht, ein Abstrich oder beides, hängt vom Alter und vom letzten Befund ab. Zur Impfberatung, zur Abklärung eines auffälligen Befundes oder zur jährlichen Vorsorge: Termin vereinbaren. Was in Ihrem Alter vorgesehen ist, zeigt der Vorsorge-Fahrplan.

Wenn Sie einen Befund mitbringen, den Sie nicht einordnen können: Bringen Sie ihn im Original mit, nicht als Erinnerung daran, was gesagt wurde. Die Abkürzungen auf einem zytologischen Befund sind für Laien nicht zu entschlüsseln, und die Unterschiede zwischen ihnen entscheiden darüber, ob kontrolliert oder behandelt wird. Ein Termin, in dem der Befund gemeinsam durchgegangen wird, erspart in aller Regel mehr Sorge, als er kostet.

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse den HPV-Test?

Nicht als Reihenuntersuchung. Bezahlt wird der Test derzeit nur bei bestimmten Indikationen, allen voran einem auffälligen Krebsabstrich. Ohne Indikation ist er auf Wunsch jederzeit möglich, aber eine Privatleistung.

Ich bin HPV-positiv – muss ich meinen Partner informieren?

Es gibt keine Behandlung für den Partner und keinen sinnvollen Test für Männer außerhalb von Studien. Ein Gespräch ist trotzdem oft hilfreich, schon weil es die Frage nach der Herkunft entschärft: Der Zeitpunkt der Ansteckung lässt sich nicht bestimmen.

Kann man HPV behandeln?

Das Virus selbst nicht. Behandelt werden seine Folgen – Feigwarzen und Zellveränderungen. Das Immunsystem erledigt den Rest in den allermeisten Fällen selbst.

Lohnt sich die Impfung noch mit 35?

Der Nutzen ist geringer als in jungen Jahren, aber nicht null: Kaum jemand ist allen neun enthaltenen Typen begegnet. Im kostenfreien Programm ist sie bis zum 21. Geburtstag, empfohlen bis zum 30.; ab 21 ist sie eine Selbstzahlerleistung, über die sich sprechen lässt.

Muss ich nach einer Konisation häufiger zur Kontrolle?

Ja. Üblich sind Kontrollen mit Abstrich und HPV-Test nach sechs und zwölf Monaten, danach jährlich. Ein negativer HPV-Test nach der Behandlung ist das beste Zeichen dafür, dass sie erfolgreich war.

Schützt die Impfung auch vor Feigwarzen?

Ja, der Neunfach-Impfstoff enthält die Typen 6 und 11, die für rund 90 Prozent der Feigwarzen verantwortlich sind.

Kann ich mich trotz Impfung mit HPV anstecken?

Mit den nicht enthaltenen Typen ja. Deshalb bleibt die Vorsorgeuntersuchung auch für Geimpfte vorgesehen.

Quellen

  1. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich 2026.
  2. Lei J u. a.: HPV Vaccination and the Risk of Invasive Cervical Cancer. New England Journal of Medicine 2020;383:1340–1348.
  3. World Health Organization: Human papillomavirus vaccines – WHO position paper. Weekly Epidemiological Record 2022.
  4. Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinie Zervixkarzinom-Screening, Wien 2024.
  5. Gesundheit Österreich GmbH: Programm zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung, Wien 2024.

Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch: Er kennt Ihre Vorgeschichte nicht und kann Sie nicht untersuchen. Wenn etwas an Ihrer Lage von dem abweicht, was hier steht, ist genau diese Abweichung das Entscheidende.

Termin vereinbaren →

Weiterlesen