Wie stark sind meine Wechselbeschwerden?
Die Menopause Rating Scale ist der in Europa gebräuchliche Fragebogen zu Wechselbeschwerden – elf Fragen, in Studien tausendfach eingesetzt. Die Auswertung trennt körperliche, seelische und urogenitale Beschwerden, denn davon hängt ab, was hilft. Das Ergebnis ersetzt kein Gespräch, aber es macht daraus ein Gespräch mit Zahlen.
Warum die drei Bereiche mehr zählen als die Summe
Hitzewallungen und zerstückelter Schlaf sprechen zuverlässig auf eine Hormontherapie an, meist innerhalb von Wochen. Scheidentrockenheit spricht sehr gut auf eine örtliche Behandlung an, die kaum in den Blutkreislauf gelangt – deshalb ist sie auch dann möglich, wenn eine Hormontherapie nicht in Frage kommt. Eine gedrückte Stimmung kann zu den Wechseljahren gehören, eine Depression sein oder eine Schilddrüsenstörung. Ein einziger Summenwert verdeckt genau diese Unterschiede.
Über den Fragebogen
Die Menopause Rating Scale (MRS II) wurde in den 1990er-Jahren in Deutschland entwickelt, ist in über 25 Sprachen validiert und das in Europa gebräuchliche Instrument, wenn Wechselbeschwerden gemessen statt geschätzt werden sollen. Ihre Stärke ist nicht die Diagnose – es ist der Vergleich: dieselben elf Fragen ein halbes Jahr später zeigen, ob sich etwas verändert hat.
Was im Fragebogen nicht vorkommt
Der Knochenabbau. In den ersten Jahren nach der letzten Blutung gehen bis zu zwei Prozent der Knochenmasse jährlich verloren – ohne jedes Symptom. Osteoporose tut nichts, bis der erste Knochen bricht. Wer früh in die Wechseljahre kommt, zierlich ist, raucht, Cortison nimmt oder eine familiäre Belastung hat, sollte die Knochendichte messen lassen – unabhängig davon, was dieser Wert sagt.
Quellen
- Heinemann K u. a.: The Menopause Rating Scale (MRS) scale: a methodological review. Health and Quality of Life Outcomes 2 (2004) 45
- Schneider HPG, Heinemann LAJ, Thiele K: The Menopause Rating Scale (MRS): cultural and linguistic translation into English. Life and Medical Sciences Online 3 (2002)
Er rechnet mit Mittelwerten. Ihr Körper tut das nicht. Das Ergebnis ist ein Ausgangspunkt für ein Gespräch, kein Befund – und es sieht nicht, was eine Untersuchung zeigen würde.
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