Wie viel Gewichtszunahme ist in der Schwangerschaft normal?

Es gibt keine Zahl, die für alle gilt: Wer mit Untergewicht startet, soll deutlich mehr zunehmen als jemand mit Adipositas. Der Rechner ordnet Ihr heutiges Gewicht in den Bereich ein, der für Ihre Woche und Ihren Ausgangs-BMI vorgesehen ist – nach den Leitlinien des US-amerikanischen Institute of Medicine, die auch in Österreich Grundlage der Beratung sind.

Davon hängt die Empfehlung ab – nicht vom heutigen Gewicht.

Warum es keine eine Zahl gibt

Der empfohlene Bereich hängt am BMI vor der Schwangerschaft, und er unterscheidet sich zwischen den Gruppen um mehr als zehn Kilogramm: Wer mit Untergewicht startet, soll 12,5 bis 18 kg zunehmen, wer mit Adipositas startet, 5 bis 9. Eine Zahl für alle wäre für fast alle falsch.

BMI vor der Schwangerschaft Gruppe Gesamt (Einling) Gesamt (Zwillinge) Je Woche, 2./3. Trimester
unter 18,5Untergewicht12,5–18 kg0,44–0,58 kg
18,5–24,9Normalgewicht11,5–16 kg16,8–24,5 kg0,35–0,50 kg
25,0–29,9Übergewicht7–11,5 kg14,1–22,7 kg0,23–0,33 kg
30 und darüberAdipositas5–9 kg11,3–19,1 kg0,17–0,27 kg

Wohin das Gewicht tatsächlich geht

Von rund 12 kg bei Normalgewicht entfallen etwa 3,4 kg auf das Kind. Der Rest sind Mutterkuchen (0,7 kg), Fruchtwasser (0,8 kg), die gewachsene Gebärmutter (1 kg), Brustgewebe (0,5 kg), anderthalb Liter zusätzliches Blut und rund 3 kg Fettreserven – die Vorsorge des Körpers fürs Stillen.

Im ersten Trimester ist die Zunahme für alle klein – 0,5 bis 2 kg. Viele Frauen nehmen wegen der Übelkeit stattdessen ab. Das ist für sich genommen kein Problem.

Quellen

  1. Institute of Medicine and National Research Council: Weight Gain During Pregnancy – Reexamining the Guidelines. Washington 2009
  2. Rasmussen KM, Yaktine AL (Hrsg.): Weight Gain During Pregnancy. National Academies Press, Washington 2009
    Die dort festgelegten Bereiche sind bis heute Grundlage der Beratung, auch im deutschsprachigen Raum.
Was dieser Rechner nicht kann

Er rechnet mit Mittelwerten. Ihr Körper tut das nicht. Das Ergebnis ist ein Ausgangspunkt für ein Gespräch, kein Befund – und es sieht nicht, was eine Untersuchung zeigen würde.

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