EKG und Herz

Lesedauer etwa 10 Minuten · Fachlich durchgesehen am 4.9.2026 von Dr. Linda Tamme

In der Schwangerschaft leistet das Herz vierzig Prozent mehr, nach der Menopause ändert sich das Risikoprofil. Was normal ist und was nicht.

Das Herz gehört nicht zur Frauenheilkunde – und trotzdem kommt es in dieser Ordination regelmäßig zur Sprache. In der Schwangerschaft leistet es vierzig Prozent mehr als sonst, in den Wechseljahren verändert sich das Risikoprofil grundlegend, und die Frage nach einer östrogenhaltigen Verhütung ist immer auch eine Frage an das Gefäßsystem. Diese Seite erklärt, was ein EKG zeigt, wann es bei Frauen sinnvoll ist und was in der Schwangerschaft normal ist.

Was ein EKG misst

Jeder Herzschlag beginnt mit einem elektrischen Impuls, der sich über den Herzmuskel ausbreitet und ihn zur Kontraktion bringt. Diese Ströme sind an der Körperoberfläche messbar. Über Elektroden an Armen, Beinen und Brustkorb wird die Spannungsänderung aufgezeichnet – das Ergebnis ist die bekannte Zackenkurve.

Ein Standard-EKG hat zwölf Ableitungen, also zwölf Blickwinkel auf dasselbe Geschehen. Aus ihnen lassen sich Rhythmus, Frequenz, die Lage des Herzens, Erregungsleitungsstörungen und Zeichen einer Durchblutungsstörung ablesen.

Die Untersuchung dauert wenige Minuten, tut nicht weh und gibt keine Energie ab – es wird ausschließlich gemessen, nichts gesendet. Weder Strahlung noch Strom gelangen in den Körper. Deshalb ist ein EKG in der Schwangerschaft uneingeschränkt möglich und zu jedem Zeitpunkt unbedenklich, auch mehrfach.

Was das Herz in der Schwangerschaft leistet

Die Umstellungen sind erheblich, und sie sind der Grund, warum viele Beschwerden in der Schwangerschaft nach Herz klingen, ohne dass etwas wäre.

Was sich ändertAusmaßWann am stärksten
Herzzeitvolumen+ 30 bis 50 %ab der 24. Woche
Blutvolumen+ 40 %ab der 32. Woche
Ruhepuls+ 10 bis 20 Schlägedrittes Trimester
Blutdruckfällt im 2. Trimester abum die 20. Woche

Das Herz schlägt schneller und pumpt mit jedem Schlag mehr. Zugleich weiten sich die Gefäße, sodass der Blutdruck im mittleren Drittel eher sinkt – daher der Schwindel beim Aufstehen, den viele Frauen um die zwölfte bis zwanzigste Woche kennen.

Im EKG einer Schwangeren finden sich deshalb regelhaft Veränderungen, die außerhalb der Schwangerschaft auffällig wären: eine leicht erhöhte Frequenz, eine Verschiebung der Herzachse nach links, weil das Zwerchfell hochgedrängt wird, und gelegentlich kleine Veränderungen der Erregungsrückbildung. Wer ein EKG einer Schwangeren ohne Kenntnis dieser Zusammenhänge liest, findet leicht etwas, das keines ist.

Herzstolpern in der Schwangerschaft

Das ist die häufigste Frage zu diesem Thema. Extraschläge – einzelne Herzschläge, die zu früh kommen und danach eine kurze Pause hinterlassen – treten in der Schwangerschaft häufiger auf als sonst. Sie werden als Stolpern, Aussetzer oder kurzer Schlag in den Hals empfunden und sind bei herzgesunden Frauen ohne Bedeutung.

Auch Herzrasen kommt vor, besonders im dritten Trimester und beim Aufstehen. Meist ist es eine schlichte Anpassung: mehr Volumen, weniger Platz, ein höherer Grundpuls. Verstärkt wird es durch Koffein, wenig Schlaf und Nervosität – drei Umstände, die in einer Schwangerschaft selten alle gleichzeitig fehlen.

Abgeklärt gehört es trotzdem, wenn eines davon dazukommt:

  • Herzrasen mit plötzlichem Beginn und plötzlichem Ende
  • Bewusstlosigkeit oder Beinahe-Ohnmacht
  • Luftnot in Ruhe oder beim Flachliegen
  • Brustschmerz
  • eine bekannte Herzerkrankung oder ein Herzfehler in der Familie

Ein EKG ist dann der erste Schritt, oft ergänzt um ein Langzeit-EKG über 24 Stunden, weil ein einzelner Streifen die Störung nur zufällig einfängt. Bei entsprechendem Verdacht folgt eine Ultraschalluntersuchung des Herzens – auch die ist in der Schwangerschaft unbedenklich.

Ein Hinweis, der oft übersehen wird: Ein ausgeprägter Eisenmangel verursacht Herzrasen, Luftnot und Erschöpfung, die sich nicht vom Bild einer Herzerkrankung unterscheiden lassen. Ein Blutbild mit Ferritin gehört deshalb zur Abklärung dazu und ist häufiger die Antwort als das EKG.

Verhütung und Herz-Kreislauf-System

Hier hat die Frauenheilkunde eine eigene, gut begründete Verantwortung. Östrogenhaltige Verhütungsmittel – Kombinationspille, Vaginalring und Pflaster – erhöhen das Risiko für eine Thrombose. Das absolute Risiko ist klein, es steigt aber deutlich an, wenn weitere Faktoren dazukommen.

Deshalb wird vor jeder Verordnung gefragt: nach Thrombosen bei Ihnen oder in der Familie, nach Rauchen, nach Migräne mit Aura, nach Bluthochdruck, nach dem Gewicht und nach längeren Immobilisationen. Der Blutdruck wird gemessen. Ein EKG ist dafür nicht routinemäßig nötig, wohl aber bei bekannten Rhythmusstörungen oder Herzerkrankungen.

Drei Konstellationen schließen östrogenhaltige Verhütung aus: Rauchen ab 35 Jahren, Migräne mit Aura in jedem Alter, und eine durchgemachte Thrombose oder Lungenembolie. In all diesen Fällen bleiben östrogenfreie Möglichkeiten offen – Gestagenpille, Hormonstäbchen, Hormonspirale und die hormonfreien Methoden. Alle stehen mit ihren Zahlen im Verhütungsvergleich, die Hormonspirale ausführlich auf ihrer eigenen Seite.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Der Blutdruck wird bei jeder Untersuchung im Eltern-Kind-Pass gemessen, und das hat einen präzisen Grund: Er ist das früheste und zuverlässigste Zeichen einer Präeklampsie.

Von Bluthochdruck spricht man ab Werten von 140 zu 90. Entscheidend ist, wann er auftritt. Ein Hochdruck, der schon vor der Schwangerschaft bestand oder vor der 20. Woche auffällt, ist eine eigenständige Erkrankung und wird als solche behandelt. Tritt er nach der 20. Woche neu auf, ist die Schwangerschaft die Ursache – und dann wird genauer hingesehen.

Kommt zum neu aufgetretenen Hochdruck Eiweiß im Harn oder eine Beteiligung anderer Organe dazu, heißt das Präeklampsie. Sie betrifft etwa zwei bis fünf von hundert Schwangerschaften und ist die wichtigste Ursache mütterlicher und kindlicher Gefährdung im letzten Drittel. Die schwerste Verlaufsform, das HELLP-Syndrom, zeigt sich mit Oberbauchschmerz, erhöhten Leberwerten und abfallenden Blutplättchen.

Warnzeichen, die noch am selben Tag abgeklärt gehören: starke Kopfschmerzen, Flimmern oder Lichtblitze vor den Augen, Schmerzen im rechten Oberbauch, plötzliche Schwellungen an Händen und Gesicht, rasche Gewichtszunahme über wenige Tage. Ob das Gewicht im erwarteten Bereich liegt, zeigt der Gewichtsrechner – eine plötzliche Zunahme von mehreren Kilo in einer Woche ist etwas anderes als ein stetiger Anstieg.

Vorbeugen lässt sich bei erhöhtem Risiko: Eine niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, begonnen vor der 16. Woche und bis in die 36. Woche eingenommen, senkt die Häufigkeit einer frühen Präeklampsie deutlich. Wer davon profitiert, ergibt sich aus der Vorgeschichte – vorangegangene Präeklampsie, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Nierenerkrankung, Autoimmunerkrankung, Mehrlinge – und wird beim ersten Termin besprochen.

Thrombose in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft erhöht das Thromboserisiko um etwa das Fünffache, im Wochenbett noch einmal deutlich mehr. Drei Umstände kommen zusammen: Die Gerinnung ist umgestellt – eine sinnvolle Vorbereitung auf die Geburt –, die wachsende Gebärmutter behindert den Blutrückfluss aus den Beinen, und die Bewegung nimmt gegen Ende ab.

Eine Beinvenenthrombose zeigt sich meist einseitig: Schwellung, Spannungsgefühl, Überwärmung, Schmerz in Wade oder Oberschenkel. Die linke Seite ist häufiger betroffen. Eine Lungenembolie kündigt sich mit plötzlicher Luftnot, atemabhängigem Brustschmerz, Husten oder Herzrasen an – hier gilt sofort 144.

Wichtig zur Einordnung: Geschwollene Beine sind in der Spätschwangerschaft normal, wenn sie beidseits auftreten und abends zunehmen. Auffällig wird es bei einseitiger Schwellung. Das ist die praktisch brauchbarste Unterscheidung.

Vorbeugend helfen Bewegung, ausreichendes Trinken und Kompressionsstrümpfe, die unelegant und wirksam sind. Bei erhöhtem Risiko – vorangegangene Thrombose, bekannte Gerinnungsstörung, Kaiserschnitt, längere Immobilisation – wird niedermolekulares Heparin gegeben; es geht nicht auf das Kind über und ist in der Schwangerschaft und Stillzeit einsetzbar.

Das Herz in den Wechseljahren

Vor der Menopause erkranken Frauen deutlich seltener an Herzinfarkten als Männer gleichen Alters. Nach der Menopause gleicht sich das an. Der Wegfall des Östrogens verändert die Blutfette ungünstig, die Gefäße werden steifer, der Blutdruck steigt.

Das ist keine Nebensächlichkeit: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen in Österreich die häufigste Todesursache – häufiger als alle Krebserkrankungen zusammen und um ein Vielfaches häufiger als Brustkrebs. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es umgekehrt.

Ab dieser Lebensphase gehören deshalb Blutdruck, Blutfette und Blutzucker regelmäßig kontrolliert – über die allgemeine Vorsorgeuntersuchung, die in Österreich jährlich über die e-card zur Verfügung steht. Der Vorsorge-Fahrplan zeigt, was in welchem Alter vorgesehen ist.

Für die Hormonersatztherapie gilt ein zeitliches Fenster: Wird sie in den ersten zehn Jahren nach der Menopause und vor dem 60. Lebensjahr begonnen, ist die Bilanz für das Herz-Kreislauf-System günstig oder zumindest neutral. Ein später Beginn bei bereits veränderten Gefäßen wird anders beurteilt. Vor einer Entscheidung darüber werden Blutdruck, Blutfette und die persönliche Vorgeschichte erhoben – der Wechseljahres-Test ordnet zunächst die Beschwerden.

Wenn Frauen einen Herzinfarkt haben

Dieser Abschnitt gehört auf eine frauenärztliche Seite, weil er dort am ehesten gelesen wird. Frauen haben bei einem Herzinfarkt häufiger als Männer Beschwerden, die nicht dem bekannten Bild entsprechen.

Statt des typischen, in den linken Arm ausstrahlenden Brustschmerzes kommen vor: Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, Rücken- oder Kieferschmerzen, Atemnot, ungewöhnliche Erschöpfung, kalter Schweiß, Angst. Diese Beschwerden werden von den Betroffenen selbst häufiger als Magenverstimmung oder Erschöpfung gedeutet – und von Behandelnden ebenfalls.

Die Folge ist messbar: Frauen kommen im Schnitt später in die Klinik, und die Zeit bis zur Behandlung entscheidet über den bleibenden Schaden. Deshalb der klare Satz: Bei ungewöhnlichen, anhaltenden Beschwerden im Brust- oder Oberbauchbereich mit Luftnot, Schwäche oder kaltem Schweiß gilt 144 – nicht abwarten, nicht selbst fahren, und lieber einmal zu oft.

Wenn eine Herzerkrankung bereits bekannt ist

Immer mehr Frauen mit angeborenen Herzfehlern erreichen dank der Kinderkardiologie das Erwachsenenalter und werden schwanger. Für sie gilt eine einfache, aber folgenreiche Regel: Die Beratung gehört vor die Schwangerschaft, nicht in sie hinein.

Der Grund liegt in den oben beschriebenen Umstellungen. Ein Herz, das im Alltag ausreicht, kann mit vierzig Prozent mehr Volumen an seine Grenze kommen – und der stärkste Anstieg erfolgt nicht bei der Geburt, sondern unmittelbar danach, wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht und deren Blut in den Kreislauf zurückströmt. Auch Medikamente müssen überprüft werden: Einige gängige Herzmedikamente, darunter ACE-Hemmer und Sartane, sind in der Schwangerschaft nicht einsetzbar und werden vorher umgestellt.

Die Betreuung erfolgt dann gemeinsam mit einer Kardiologie und, je nach Ausgangslage, in einem Zentrum mit entsprechender Erfahrung. Was diese Ordination dabei leistet, ist die frauenärztliche Betreuung und die rechtzeitige Weichenstellung – nicht die kardiologische Führung.

Dasselbe gilt für die Verhütung bei bekannter Herzerkrankung: Sie ist dort besonders wichtig, weil eine ungeplante Schwangerschaft ein reales Risiko bedeutet, und sie ist zugleich in der Auswahl eingeschränkt. Östrogenfreie Methoden mit hoher Zuverlässigkeit – Hormonspirale, Hormonstäbchen – sind hier meist die erste Wahl.

Wann ein EKG in der Frauenheilkunde gemacht wird

  • bei Herzstolpern, Herzrasen oder Schwindel mit Verdacht auf eine Rhythmusstörung
  • bei Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
  • bei Brustschmerz oder Luftnot, die sich nicht durch die Schwangerschaft erklären
  • vor größeren Eingriffen, wenn eine Vorerkrankung oder das Alter es nahelegt
  • bei bekannter Herzerkrankung im Rahmen der Schwangerenbetreuung, in Abstimmung mit der Kardiologie
  • bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft als Teil der Abklärung

Nicht sinnvoll ist ein EKG als Reihenuntersuchung bei beschwerdefreien, gesunden jungen Frauen. Es findet dort selten etwas Bedeutsames und häufig Kleinigkeiten, die zu weiteren Untersuchungen führen, ohne dass am Ende etwas gewesen wäre. Diese Kette aus Zufallsbefund, Kontrolle, Zweifel und weiterer Untersuchung kostet Wochen an Sorge und ändert am Ende nichts – ein guter Grund, jede Untersuchung an eine Frage zu binden, statt sie vorsorglich zu machen.

Wie ein EKG abläuft

Vorbereitung ist nicht nötig, nüchtern muss man nicht sein. Der Oberkörper wird frei gemacht, an Handgelenken und Fußknöcheln werden vier Elektroden angelegt, auf dem Brustkorb sechs weitere in einer festgelegten Anordnung. Ein Kontaktgel oder Klebeelektroden sorgen für die Ableitung.

Die Aufzeichnung selbst dauert etwa zehn Sekunden. Wichtig ist, in dieser Zeit ruhig zu liegen, entspannt zu atmen und nicht zu sprechen: Muskelanspannung überlagert die Herzströme und macht die Kurve unbrauchbar. Frieren ist der häufigste Grund für ein unbrauchbares EKG – Zittern erzeugt genau die Störung, die man nicht gebrauchen kann.

In der Spätschwangerschaft wird nicht flach auf dem Rücken gemessen, sondern leicht auf der linken Seite gelagert. Der Grund ist derselbe wie beim Schlafen: Flach auf dem Rücken drückt die Gebärmutter auf die untere Hohlvene, der Rückfluss zum Herzen sinkt, und es kann einem schlecht werden. Das ist keine Besonderheit des EKGs, sondern eine allgemeine Regel für jede längere Rückenlage im letzten Drittel.

Was ein EKG nicht zeigt

Ein Ruhe-EKG ist eine Momentaufnahme von wenigen Sekunden. Eine Rhythmusstörung, die zweimal in der Woche auftritt, ist darin mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu sehen. Ein unauffälliges EKG schließt deshalb weder eine Rhythmusstörung noch eine Durchblutungsstörung aus.

Für die Rhythmusfrage gibt es das Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger, für die Durchblutungsfrage das Belastungs-EKG und weiterführende Verfahren. Und die Pumpleistung, die Klappen und die Wanddicke zeigt kein EKG, sondern der Herzultraschall.

In dieser Ordination wird ein EKG deshalb dort eingesetzt, wo es eine konkrete Frage beantwortet – und im Übrigen wird an die Kardiologie überwiesen. Ein Befund, der nicht eingeordnet werden kann, hilft niemandem.

Wie es weitergeht

Wenn Sie Herzstolpern, Herzrasen oder Luftnot bemerken, gehört das besprochen – in der Schwangerschaft ebenso wie außerhalb. Häufig ist die Ursache harmlos oder liegt beim Eisen; manchmal nicht, und dann zählt, dass es früh auffällt. Termin vereinbaren. Im akuten Notfall gilt in Österreich die Rettung unter 144.

Häufige Fragen

Ist ein EKG in der Schwangerschaft unbedenklich?

Ja, uneingeschränkt. Es wird nur gemessen, nichts abgegeben – weder Strahlung noch Strom.

Mein Puls ist in der Schwangerschaft dauerhaft höher. Ist das normal?

Ja. Der Ruhepuls steigt um zehn bis zwanzig Schläge pro Minute, am stärksten im dritten Trimester. Abgeklärt wird, wenn Luftnot in Ruhe, Ohnmacht oder Brustschmerz dazukommen.

Ich habe Herzstolpern – muss ich zum Kardiologen?

Bei herzgesunden Frauen ohne Begleitbeschwerden meist nicht. Ein EKG und ein Blutbild mit Ferritin und TSH klären die häufigsten Ursachen. Bei Ohnmacht, Luftnot oder plötzlichem Herzrasen mit klarem Anfang und Ende gehört es abgeklärt.

Brauche ich vor der Pille ein EKG?

Routinemäßig nicht. Entscheidend sind das Gespräch über Vorgeschichte und Risikofaktoren sowie die Blutdruckmessung. Ein EKG kommt bei bekannter Herzerkrankung oder Rhythmusstörung dazu.

Kann eine Hormonersatztherapie dem Herzen schaden?

Das hängt vom Zeitpunkt ab. In den ersten zehn Jahren nach der Menopause und vor dem 60. Lebensjahr begonnen, ist die Bilanz günstig bis neutral. Ein später Beginn wird anders beurteilt und gehört einzeln abgewogen.

Warum wird bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft so genau kontrolliert?

Weil ein steigender Blutdruck das erste Zeichen einer Präeklampsie sein kann. Kontrolliert werden dann Blutdruck, Harn, Blutbild und Leberwerte gemeinsam.

Quellen

  1. Regitz-Zagrosek V u. a.: 2018 ESC Guidelines for the management of cardiovascular diseases during pregnancy. European Heart Journal 2018;39:3165–3241.
  2. World Health Organization: Medical eligibility criteria for contraceptive use. 5. Auflage, Genf 2015.
  3. The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause 2022;29:767–794.
  4. Statistik Austria: Todesursachenstatistik, Wien 2025.
  5. Mehta LS u. a.: Acute Myocardial Infarction in Women. Circulation 2016;133:916–947.

Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch: Er kennt Ihre Vorgeschichte nicht und kann Sie nicht untersuchen. Wenn etwas an Ihrer Lage von dem abweicht, was hier steht, ist genau diese Abweichung das Entscheidende.

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